Gardelegen l Die Organisatoren zahlreicher Festivals in Deutschland stehen vor großen Unwägbarkeiten wegen der Ausbreitung des Coronavirus'. Im Gespräch mit Volksstimme-Reporter Malte Schmidt berichtet Mitorganisator Jörg Janikulla vom aktuellen Stand der Planung des Metal-Frenzy in Gardelegen.

Volksstimme: Das Metal-Frenzy-Festival in Gardelegen soll in diesem Jahr vom 11. bis 13. Juni stattfinden. Wegen des Coronavirus‘ steht das jedoch noch in den Sternen, oder?

Jörg Janikulla: Wichtig ist, dass die Situation unter Kontrolle kommt. Die aktuellen Maßnahmen sind schwer, aber scheinen unausweichlich. Wir beobachten die Lage täglich über die Medien und informieren uns über die einschlägigen Angebote der Bundes- und Landesregierung sowie des Altmarkkreises Salzwedel als übergeordnete Behörde. Weiterhin stehen wir mit der Stadt Gardelegen in Kontakt. Wir besprechen uns regelmäßig und beobachten natürlich auch andere Veranstalter und deren Umgang damit. Aktuell haben wir vor allem Festivals im Blick, die kurz vor uns dran sind.

Das Festival soll also möglichst stattfinden. Was passiert, wenn es doch abgesagt werden muss?

Das hängt von vielen Faktoren ab. Gibt es Ausweichmöglichkeiten? Wenn es die gibt, können da die Künstler? Kommen die ins Land oder zurück? Wie entwickelt sich die Lage überhaupt? Das müssen wir dann recht spontan entscheiden.

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Haben denn schon Bands wegen der Corona-Pandemie ihr Konzert beim Metal Frenzy abgesagt?

Bisher haben wir keine einzige Absage. Aber das wird sicher auch ein Thema werden – gerade bei den ausländischen Bands. Im Moment kommt man nicht rein und, wenn man schon da ist, nicht raus. Ich glaube nicht, dass sich das jemand antut. Hinzu kommt aktuell die Lage, dass man kaum Flüge buchen kann, es also keine Planungssicherheit gibt. Es bleibt also unabhängig von den Verfügungen spannend.

Wie geht es dem Metal-Frenzy-Team in Anbetracht der jetzigen Lage?

Das ist schon ziemlich schwer zu beschreiben. Wir arbeiten da ja seit über einem Jahr dran. Wenn dann das Projekt nicht fertig wird, ist das schon echt mies. Von der finanziellen Seite mal ganz abgesehen. Wir sind ja auch kein großes Unternehmen mit großem Puffer – dafür aber schon ordentlich in Vorkasse gegangen.

Was könnte euch in dieser Situation helfen?

Zuerst einmal klare Aussagen der Behörden, mit denen man planen kann. Sollten wir verschieben müssen, so hoffen wir, dass möglichst wenige Gäste ihre Tickets zurückgeben – die werden nämlich dann ihre Gültigkeit behalten. Weiterhin hoffen wir, dass alle unsere Dienstleister beruflich „überleben“, wäre schade, wenn wir da lieb gewonnene Partner verlieren würden.

Das heißt, ihr blickt positiv in Richtung Juni?

Wir haben in der Summe immer noch die laute Hoffnung, dass wir das 7. Metal-Frenzy- Open-Air durchziehen können. Bis Juni sind es ja noch ein paar Wochen. Aktuell laufen alle Verfügungen bis 19. April, und wir müssen die nächste Runde abwarten. Vor dem 20. April ist unsererseits also nicht mit einer Reaktion zu rechnen. Wir haben weiterhin Tickets im Verkauf und freuen uns über jeden, der eins kauft – und vielleicht noch ein Shirt mitnimmt. Weil, egal was passiert: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.