Feuerwehr

6000 Stunden für Stadt und Bürger

Vor allem der Großbrand bei Frapa-Plast und zwei schwere Unwetter sorgten 2017 für viele Einsatzstunden der Gardeleger Feuerwehr.

Von Doreen Schulze

Gardelegen l Zu 133 Einsätzen rückten die Kameraden der Feuerwehr Gardelegen im zurückliegenden Jahr aus. Das sind 16 Einsätze mehr als im Jahr zuvor. Vor allem der Großbrand bei Frapa-Plast sowie die Unwetter am 22. Juni und am 8. Oktober „trieben die Einsatzzahlen in die Höhe“, zog Gardelegens Ortswehrleiter Henrik Lehmann während der Jahreshauptversammlung am späten Sonnabendnachmittag Bilanz. „Allein zu den Unwettern galt es 36 Einsatzstellen abzuarbeiten“, so der Wehrleiter.

Die größte Herausforderung für die Gardeleger Wehr war aber der Großbrand am 24. Mai bei der Frapa-Plast GmbH an der Stendaler Chaussee. „Als ich auf der Fahrt zum Einsatz die schwarzen Rauchwolken sah, ahnte ich schon nichts Gutes“, erinnerte sich Lehmann, „stolz machte mich, dass innerhalb von 40 Minuten 46 Kameraden aus unserer Wehr vor Ort waren.“ Und auch später kamen weitere hinzu, „einige mussten ja erst noch ihre Kinder unterbringen, ehe sie zum Einsatz konnten, es war ja früher Abend“, ergänzte Lehmann im Volksstimme-Gespräch. Zu schaffen machte den Einsatzkräften vor allem die schnelle Ausbreitung des Feuers und die Hitzeentwicklung.

Acht Stunden am Stück waren die Kameraden vor Ort. Insgesamt waren es 150 Einsatzkräfte aus 19 Wehren aus allen Ortsteilen von Gardelegen. Und auch an den folgenden Tagen waren Gardeleger Kameraden auf dem Frapa-Plast-Gelände im Einsatz, denn der Kunststoffmüll brannte über mehrere Tage. Hinzu kamen weitere Kräfte, „zum Beispiel auch aus Diesdorf“, so Lehmann. 35 Berufsfeuerwehrleute aus ganz Deutschland unterstützten die heimischen Wehren, nachdem die Stadt am zweiten Tag nach dem Brand ein Amtshilfeersuchen gestellt hatte. „Und es sind alle wieder gesund nach Hause gekommen“, fasste der Ortswehrleiter erleichtert zusammen.

Außerdem fiel Lehmann bei der Auswertung des Einsatzgeschehens 2017 auf, dass es im vorigen Jahr keinen Waldbrand zu löschen gab, stattdessen aber die Anzahl der Wohnungsbrände, zu denen die Wehr gerufen wurde, anstieg. Mit Einsätzen, Ausbildungen und Sonderdiensten kamen im vergangenen Jahr knapp 6000 Dienststunden für die Gardeleger Kameraden zusammen. „Das sind 6000 Stunden für die Stadt. Vor allem nach dem Brand bei Frapa-Plast und nach den Stürmen seid ihr bei den Bürgern wieder stärker ins Bewusstsein gerückt“, würdigte Bürgermeisterin Mandy Zepig die Arbeit der Gardeleger Feuerwehrmitglieder.