Altstadtsanierung

Abschluss der Städtebausanierung Ende 2021: 19 Millionen Euro für die Gardelegener Altstadt investiert

Bis zum 31. Dezember muss die Stadt Gardelegen die Sanierungssatzung für die historische Altstadt aufheben. Das hört sich nach einem trockenen Verwaltungsvorgang an, hat aber Auswirkungen für die Grundstückseigentümer in der Altstadt.

Von Cornelia Ahlfeld
Allein in der Gardelegener Innenstadt wurden in den vergangenen 30 Jahren 19 Millionen Euro investiert.
Allein in der Gardelegener Innenstadt wurden in den vergangenen 30 Jahren 19 Millionen Euro investiert. Foto: Gesine Biermann

Gardelegen - 30 Jahre Stadtsanierung in Gardelegens Innenstadt – mit vielen tollen Ergebnissen. Viele Bauprojekte im denkmalgeschützten Stadtkern konnten mit Fördermitteln von Bund und Land auf den Weg gebracht werden. Zu den ersten Maßnahmen gehörten beispielsweise die Pflasterung des Rathausplatzes, der Fußgängerzone und des Holzmarktes mit den historisch anmutenden Pflastersteinen. Insgesamt konnten in den Jahren alle wesentlichen öffentlichen Straßen, Wege und Plätze erneuert und neu gestaltet werden. Noch nicht so lange zurück liegen die Sanierung der Burgstraße und der mittelalterlichen Gassen, wie Klingberg und Wächterstraße. Dazu kommen Sanierungs- und Sicherungsarbeiten an Gebäuden. Dazu gehörten unter anderem das Rathaus, die Kirchen, die Stadtmauer, das Große Hospital oder die Alte Löwenapotheke, ebenso die Reutter- und Goethe-Grundschule.

Zuschüsse auch für private Projekte

Profitiert von der Stadtsanierung haben aber auch zahlreiche private Grundstücksbesitzer. Zu den jüngsten Projekten in privater Regie gehört beispielsweise das kleine Toreinnehmerhäuschen am Salzwedeler Tor. Das wird derzeit mit einem Zuschuss von 122 591 Euro aus der Städtebauförderung originalgetreu wieder aufgebaut.

Allein in der Innenstadt wurden in den Jahren 19 Millionen Euro investiert. 13,6 Millionen Euro betrug die Städtebauförderung von Bund und Land. 5,4 Millionen Euro hat die Stadt aus ihrem Haushalt finanziert.

Allerdings müssen sich die Grundstückseigentümer im Rahmen von sogenannten Ausgleichsbeträgen beteiligen. Der Stadtrat hatte 2016 dazu eine Sonderregelung beschlossen. Wer bis zum 30. Juni 2017 gezahlt hatte, erhielt einen Rabatt von 20 Prozent. Fünf Prozent waren es dann im zweiten Jahr. 736 Schreiben wurden seinerzeit an die Grundstückseigentümer im Stadtkern verschickt. Viele hatten von der Rabattregelung Gebrauch gemacht. Das hatte nicht nur Vorteile für die Grundstückseigentümer, sondern auch für die Stadt. Denn die konnte die Ausgleichsbeträge behalten und weitere Projekte damit realisieren. Eines der letzten davon wird der geplante Anbau an das Gardelegener Feuerwehrgerätehaus sein.

Bis Ende 2021 können Ausgleichsbeträge noch bezahlt werden. Das ist auch danach noch möglich. Dann fällt aber die 100-prozentige Nutzung der Mittel durch die Stadt weg, denn entsprechend der Förderrichtlinien gehen zwei Drittel dieser Einnahmen an das Land Sachsen-Anhalt.

Grundbucheintragungen werden gelöscht

Einen weiteren Vorteil gibt es für die Grundstückseigentümer bei fristgerechter Zahlung bis Ende 2021. Sollten nach Abschluss der Sanierung höhere Beiträge ermittelt werden, kann es nicht zu Nachzahlungen kommen, erläuterte Stadt-Bauamtsleiter Ottmar Wiesel.

Die städtebauliche Sanierungsmaßnahme sei laut Baugesetzbuch abzuschließen und die Sanierungssatzung zum 31. Dezember 2021 aufzuheben. Auch dieser formale Akt habe Auswirkungen. Beispielsweise könnten nach der Aufhebung steuerliche Vergünstigungen nicht mehr in Anspruch genommen werden. Es sei denn, Grundstückseigentümer schließen in diesem Jahr Bescheinigungsverträge für Projekte ab, die in diesem Jahr auch noch begonnen werden. Darüber hinaus werden die Sanierungsvermerke in den Grundbüchern gelöscht. Diesen Part übernehme die Stadtverwaltung. Das Verfahren sei für die Grundstückseigentümer kostenfrei.

Die Stadt werde auch nach Abschluss der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme weiter Fördergeld für Sanierungsprojekte nutzen. Wer Fragen dazu hat, kann sich an den Fachbereich Bau in der Verwaltung wenden (03907/71 61 70).