Gardelegen l „Festliches Adventskonzert“: So war die Veranstaltung überschrieben, die da am Freitagabend in der Gardeleger Marienkirche stattfand. Seit Wochen schon war diese ausverkauft. Hatte sich doch ein echter Star angekündigt: Gunther Emmerlich.

Und der wäre nicht er selbst, wenn er so eine Veranstaltung, Kirche hin oder her, nicht mit ein paar launigen Texten garnieren würde. Und so durfte auch gelacht und natürlich laut geklatscht werden an diesem Abend, zu dem sich viele Besucher Decken zum Einkuscheln mitgebracht hatten. Denn es war recht kühl in der Kirche. Das Publikum konnte den betörenden Gesang nicht nur hören, sondern ihn anhand des Atemhauchs der agierenden Künstler auch sehen.

Und zu denen gehörten neben Emmerlich selbst auch seine Kollegin, die Sopranistin Jeanne Pascale Schulze, sowie die Altistin Sabina Herzog, die zugleich als Cellistin auftrat. Zudem war neben dem Organisten und Pianisten Matthias Suschke auch Solotrompeter Kurt Sandau dabei. Der stammt bekanntlich aus Klein Engersen. Und so ließ es sich die dortige Verwandtschaft auch nicht nehmen, ihm und seinen Mitstreitern in der Marienkirche zu lauschen.

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Zu diesen gehörten diesmal auch die Frauen und Männer der örtlichen Kantorei. Schon Stunden zuvor hatten sie unter der musikalischen Leitung ihrer Chefin Monika Wrobel gemeinsam mit Emmerlich und Co. geprobt. Das Ergebnis konnte sich mehr als hören lassen. In der Marienkirche gab es am Freitagabend zahlreiche Gänsehautmomente. Und der Beeindruckendste war zweifelsohne jener, in dem Jeanne Pascale Schulze in Begleitung der Instrumentalisten das „Ave Maria“ anstimmte. In der ansonsten ganz stillen Kirche war dabei so manches Schluchzen zu vernehmen.

Gekichert wurde hingegen immer wieder zwischen den Liedbeiträgen, wenn Emmerlich, der bekanntlich nicht nur über einen beeindruckenden Bass verfügt, sondern auch über herausragende Entertainer-Qualitäten, seine weihnachtlich geprägten Texte und Verse vortrug wie zum Beispiel diesen: „Es war einmal eine Rosine, die zog mit fröhlicher Miene hinein in den Stollen. Nun ist sie verschollen.“

Doch er kann auch anders. Denn als er seine eigenhändig verfasste Weihnachtsgeschichte „Reha im Advent“ vortrug, da wurde es plötzlich, nach ein paar einleitenden Worten zum Schmunzeln – „Helene Fischer sang ,Atemlos‘ und ich war es auch“ – wieder ganz still. Emmerlich berichtete, wie er sich ausgerechnet zur Weihnachtszeit 2014 seiner zweiten Herzoperation unterziehen und sich hinterher in die Rehabilitation begeben musste. Damals habe er nicht gewusst, ob und wie er sich erholen werde und habe, als es darum gegangen sei, sich von seinen Mitpatienten zu verabschieden, „eine vage Verabredung“ für die diesjährigen Adventskonzerte getroffen. „Deswegen“, so Emmerlich zum Gardeleger Publikum, „freue ich mich ganz besonders, heute bei Ihnen zu sein.“