Gardelegen l Wechseljahre haben Einfluss auf den Diabetes – und umgekehrt. Diejenigen, die am Sonnabendvormittag in den LIW-Saal nach Gardelegen gekommen waren, wissen jetzt über dieses Thema besser Bescheid. Denn es stand im Fokus des Diabetestages, der bereits zum 17. Mal vom Team des Altmark-Klinikums Gardelegen organisiert worden und an dessen Anfang diesmal ein Vortrag aus der Frauenheilkunde gestellt worden war.

Als Referent fungierte dabei der Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum, Olaf Scholz. Er ging unter anderem darauf ein, wie sich weibliche Geschlechtshormone beziehungsweise deren Mangel auf den gesamten Stoffwechsel und auf die Insulinempfindlichkeit der Zellen auswirken können. Zudem setzt das Klimakterium bei Frauen mit Diabetes mitunter früher ein als beim Durchschnitt.

Zusammenhang: Bauchfett und Langzeitzucker

Die Zuckerkrankheit verändert Gefäße. Nicht nur in den Eierstöcken. Hierauf ging dann Chefarzt Dr. Michael Schoof in einem anschließenden Vortrag ein. Er beleuchtete die Folgeerkrankungen des Diabetes und rückte auch die Fettstoffwechselstörungen in den Mittelpunkt. Der Internist machte den Zusammenhang zwischen erhöhtem Bauchumfang und erhöhtem Langzeitzucker deutlich, lieferte seinen Zuhörern dazu aber „die gute Nachricht“. Schon eine moderate Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung wie zum Beispiel das Spazierengehen könnten sich positiv auf die Diabetes-erkrankung und letztlich auf die Lebenqualität und -zeit der Patienten auswirken. In der Therapie, so Schoof, „dürfen wir deshalb nicht nur allein auf den Zuckerwert schauen, sondern es gilt auch, begleitende Risiken zu behandeln.“ Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte gehörten dazu.

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Sportliche Pause

Dass Bewegung auch im Sitzen funktionieren kann, machte dann Hanna Gäde von der Tanzschule Müller vor. Sie lud die Besucher des Diabetestages zu einer sportlichen Pause ein, bevor weitere Fachvorträge, unter anderem zur richtigen Insulingabe, folgten.

Der Diabetestag wurde von einheimischen Unternehmen aus der Medizinbranche und von der AOK begleitet, die unter anderem schmackhafte und gesunde Brotaufstriche zum Selbermachen vorstellte. Die Veranstaltung war diesmal dennoch nicht ganz so stark frequentiert wie in manchem Vorjahr. Und auch jüngere Patienten waren rar. Dabei ist Diabetes keine Frage des Alters, wie Oberarzt Hjalmar Koppatz am Rande der Veranstaltung klar machte. Gemeinsam mit dem Chefarzt betreut er mehr als 1000 Patienten in der Diabetologischen Praxis des Fachärztlichen Zentrums am Altmark-Klinikum.