Gardelegen l Er habe da mal was vorbereitet, erklärte Matthias Mücke, als er beim Bürgerempfang im Schützenhaus den Platz am Pult von Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher übernahm. Sie hatte zuvor in erfrischender Art und Weise kurz auf das spannende 2019, wie sie es nannte, zurückgeblickt.

Und auch der Chorleiterassistent des Männergesangvereines (MGV) 1876 Letzlingen blickte als Laudator, Vertrauter und guter Freund zurück, nämlich auf die beispiellose Liebe eines Mannes zur Chormusik, die dieser als Mitglied der Sänger des Heidedorfes seit 68 Jahren pflegt. Seit 58 Jahren gibt er den Sangesbrüdern zudem als Dirigent den Takt vor. Rolf Drebenstedt durfte sich am Freitagabend beim diesjährigen Bürgerempfang der Stadt im Schützenhaus für seine Verdienste um den Chorgesang ins Goldene Buch der Hansestadt Gardelegen eintragen.

Disziplin und Motivation

Nach ersten Sangeserfahrungen im Oberschulchor Gardelegen trat der ehemalige Lehrer für Mathematik und Physik bereits 1952 mit 17 Jahren dem MGV Letzlingen bei, von dem Mücke nun sagte: „Uns vereint die Liebe zur Geselligkeit und zum Lied.“ Nach seinen ersten Jahren als Lehrer in Estedt, wo er mit seiner Frau Ilse das Eheglück fand, kam er nach Letzlingen zurück, kaufte das Haus von Kantor Werner und übernahm die musikalische Leitung der Sangesbrüder, die sich damals noch in der Gaststätte Hirschburg trafen, von Kantor Lücke. Heute haben sie ihr Refugium im Kulturhaus des Heidedorfes.

Zwei Eigenschaften, die den 84-jährigen Chorleiter noch heute antreiben, prägen laut Mücke seinen Werdegang – Disziplin und Motivation. An zirka 40 Abenden im Jahr widmet er sich intensiv der Chorarbeit und habe mit den Sangesbrüdern aktuell das 100. Lied einstudiert. So sei das Chormäppchen bei den Letzlingern auch mehr ein dicker Aktenordner, wie Mücke demonstrierte. Rolf Drebenstedt habe den MGV geformt und auch heute noch den Ehrgeiz, bei Jubiläen wenigstens ein neues Lied zu präsentieren. Zudem habe er es sich nach der Wende als Chorleiter zur Aufgabe gemacht, die Chronik zu schreiben und zu pflegen, die immer auf dem neuesten Stand und aktuell sei.

Er selbst, so Mücke, habe vor 14 Jahren entschieden, sich zum Chorleiterassistenten weiterbilden zu lassen, um Rolf Drebenstedt als Dirigent zu unterstützen und zu vertreten. Und er habe im Sinne eines flexiblen Mentorats bis heute viel von ihm gelernt, durch kleine Tipps und kurze Lehrvorführungen. Denn, so erklärte Mücke abschließend: „Er versteht es, Vertrauen in die eigene Leistung aufzubauen – mit Disziplin und mit Motivation. Herzlichen Dank dafür. Bleib gesund, damit wir uns noch lange nach dir richten, an deiner Vernunft ausrichten können.“