Jävenitz l In den vergangenen zwei Sommern war aufgrund der Dürre die Waldbrandgefahr in der hiesigen Region besonders hoch. Um auch die Bürger über die aktuelle Waldbrandwarnstufe zu informieren, die mit Verboten einhergeht, ist das Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt derzeit dabei, neue und vor allem große Warnschilder für jeden sichtbar an verschiedenen Straßen aufzustellen.

Neues Hinweisschild an der Bundesstraße 

Das gilt auch für den Zuständigkeitsbereich des Betreuungsforstamtes Letzlingen. „Wie bemühen uns, vor jeder Dienststelle ein solches Schild aufzustellen“, erläuterte Stefan Quitt, amtierender Leiter des Betreuungsforstamtes Letzlingen. So zum Beispiel vor der Dienststelle des Revieres Gardelegen und des Revieres Berge im Jävenitzer Weidenhof an der Bundesstraße 188. Vor den derzeitig geltenden Kontaktsperren und Ausgangsauflagen traf er sich vor Ort mit Gardelegens Revierleiterin Christel Wöstenberg und mit Berges Revierleiterin Christine Köthke, die dort ihren Dienst verrichten, sowie Florian Kauer vom Ordnungsamt der Stadtverwaltung, um das neue Schild zu präsentieren. Mit dabei waren auch Andreas Kuschfeldt und Jörn Leonhardt von der Feuerwehr Jävenitz. Denn auch sie erhielten ein entsprechendes Schild, um es vor dem Gerätehaus aufzustellen.

Wie Quitt erklärte, sei der Bereich des Betreuungsforstamtes Letzlingen als Waldbrandgefahrenklasse A eingestuft. Das sei die höchste Klasse mit einer allgemein sehr hohen Waldbrandgefährdung und Gefahr von Großbränden, bedingt durch sehr geringe Jahresniederschläge, wasserdurchlässige Sandböden und weit verbreitete und sehr zündbereite Kiefernwälder.

Drei Waldbrandkameras im Forstamtsbereich

Die Überwachung erfolge laut Quitt auch im Bereich des Betreuungsforstamtes mit Hilfe des automatisierten Waldbrandfrüherkennungssystems „FireWatch“, das 1997 am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entwickelt wurde. Wie auf der Homepage des Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz nachzulesen ist, handelt es sich dabei um ein kameragestütztes, digitales Fernbeobachtungssystem, das meist auf Feuerwachtürmen oder Sendemasten installiert ist. Entdecken die Sensoren die typischen Grauwerte einer Rauchwolke, senden sie einen Alarm an eine Waldbrandzentrale. Dort prüft ein Forstmitarbeiter die Bilder und entscheidet, ob die Meldung an die Leitstellen der Feuerwehren weitergeleitet wird. Diese Zentren befinden sich in Klötze, Genthin und Annaburg.

Bei einer Alarmierung erhält die betreffende Feuerwehr zusätzlich die konkreten geografischen Daten des Brandherdes, die durch Kreuzpeilung exakt ermittelt werden. Das automatische Waldbrand-Früherkennungssystem beobachtet permanent (360° in 6 Minuten) die Umgebung. Bei einem Radius von 15 bis 20 Kilometern lassen sich damit über 700 Quadratmeter Wald abdecken. Im Bereich des Betreuungsforstamtes Letzlingen gibt es zur Überwachung drei Waldbrandkameras.

Waldbrandwarnstufen

Waldbrandwarnstufen:

1 – sehr geringe Gefahr
2 – geringe Gefahr
3 – mittlere Gefahr
4 – hohe Gefahr
5 – sehr hohe Gefahr

 

Verbote

Waldbesucher sind aufgefordert, durch ein umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten das Waldbrandrisiko zu minimieren. Folgende rechtlich verbindliche Regeln sind bei einem Besuch im Wald zu berücksichtigen. Es ist verboten:

1. in der freien Landschaft einschließlich angrenzender Straßen brennende oder glimmende Gegenstände wegzuwerfen,
2. durch Rauchen leicht entzündbare Bestände und Einrichtungen der Land- und Forstwirtschaft wie Strohdiemen, reife Erntebestände oder trockene Hecken zu gefährden,
3. bei Waldbrandgefahrenstufen 2 bis 5 außerhalb von geschlossenen Räumen im Wald oder in einem Abstand von weniger als 15 Metern zum Wald zu rauchen,
4. im Wald oder bei Waldbrandgefahrenstufen 2 bis 5 in einem Abstand von weniger als 30 Metern zum Wald ein offenes Feuer außerhalb von öffentlichen Grillplätzen anzuzünden oder
5. bei Waldbrandgefahrenstufe 5 den Wald außerhalb von Wegen zu betreten.

Quelle: Landeswaldgesetz Sachsen-​Anhalt, Paragraf 29