Gardelegen l Ursprünglich sollte das Bauvorhaben im Kiefernweg schon abgeschlossen sein, denn geplant war die Erneuerung der Trink- und Schmutzwasserleitungen in diesem Bereich für 2018. Handlungsbedarf sei dringend gegeben, allerdings hätten sich an der Ausschreibung nur zwei Baufirmen beteiligt. Der Wasserverband habe das Ausschreibungsverfahren bereits Ende Mai aufgehoben, da die Angebote über 40 Prozent der Planungskosten lagen. „So war auch hier von einem unangemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis auszugehen“, heißt es in der Beschlussvorlage, die in der jüngsten Verbandsversammlung des Wasserverbandes ein Thema war. Betroffen davon waren auch andere Bauvorhaben des Verbandes (wir berichteten).

Ausschreibung im Oktober

Jetzt soll ein zweiter Versuch gestartet werden, informierte Verbandsgeschäftsführerin Katja Rötz. Die erneute Ausschreibung ist für Oktober geplant. Die Vergabe soll im Dezember im Rahmen der Beschlussfassung zum Wirtschaftsplan für 2019 erfolgen. Bei den geschätzten Baukosten von 174 000 Euro für die Schmutzwasserleitungen und 157 000 Euro für die Trinkwasserleitungen soll nun gleich in der Ausschreibung eine Erhöhung der Baukosten um 20 Prozent eingeplant werden. Aktuelle Rechtssprechungen würden bei Mehrkosten von bis zu 20 Prozent noch von einem angemessenen Aufschlag ausgehen. Die Gesamtkosten für die Abwasserleitungen liegen damit dann bei 207 000 Euro und für Trinkwasser bei 187 000 Euro, so Rötz. Die Angebotsfrist soll auf fünf Wochen erhöht werden. Angeboten wird zudem eine längere Bauphase von fünf Monaten. Der Verband erhoffe sich damit bessere Bedingungen für das Ausschreibungsverfahren, erläuterte Rötz.

Vorgesehen ist die Erneuerung der Trinkwasserleitung auf einer Länge von 590 Metern sowie die Erneuerung von sechs Hausanschlüssen. Der Schmutzwasserhauptkanal soll auf einer Länge von 215 Metern erneuert werden. Dazu kommen weitere 200 Meter Schmutzwasserleitungen, sechs Hausanschlüsse und der Neubau eines Schmutzwasserpumpwerkes.

Wasserverband als Bauherr

Das alte Leitungssystem sei marode und stark schadensanfällig. Das alte Pumpwerk befinde sich zum Teil auf einem Privatgrundstück. „Wir wollen das alte Leitungssystem komplett außer Betrieb nehmen“, erläuterte Rötz. Der Wasserverband sei bei diesem Projekt alleiniger Bauherr.

Mit dem 20-prozentigen Aufschlag könne es allerdings sein, dass ein, zwei andere für 2019 geplante Maßnahmen nicht realisiert werden können.

Derzeit nicht berücksichtigt wird das einstige Kreis-Wehrersatzamt. Das Gebäude stünde zurzeit leer. Der Eigentümer sei angeschrieben worden, habe sich bisher aber nicht geäußert.

„Wenn das Gebäude abgerissen wird, um Platz zu schaffen für Eigenheime, wäre dann ein Anschluss problemlos möglich?“, wollte Peter Wiechmann, für die SPD-Stadtratsfraktion wissen.

Das sei jederzeit möglich, versicherte Katja Rötz. Es könnte allerdings sein, dass dort dann ein gesondertes Pumpwerk gebaut werden müsste, da das Grundstück relativ tief liege.