Letzlingen l Ein verfallenes Haus, einsturzgefährdet. Ein Bauzaun sichert jetzt die Ruine. Aufgestellt hat den Zaun die Stadt. Denn die Stadt ist die neue Eigentümerin des Grundstückes, direkt am Marktplatz gelegen, unmittelbar am Kulturhaus des Ortes.

Zuschlag für 3000 Euro

Große Pläne gibt es noch nicht, informierte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig auf Anfrage. Denn noch stehe die Stadt nicht im Grundbuch. Fakt aber sei, dass die Stadt die Immobilie ersteigert hat. Angeboten wurde das baufällige Gebäude am 20. September in Berlin von der Deutschen Grundstücksauktionen AG. Das Mindestgebot lag bei 5000 Euro. Die Stadt war die einzige Bieterin. Für 3000 Euro gab es den Zuschlag.

Warum kauft die Stadt quasi eine Bauruine, wo anderenorts schon Dorfgemeinschaftshäuser privatisiert worden sind? „Wir haben das Grundstück gekauft, um das Kulturhaus nun auch von außen ordentlich instand setzen zu können“, erläuterte Zepig. Denn das sei zuvor nicht möglich gewesen. Andere konkrete Pläne gebe es noch nicht. Fest stehe, dass das alte Wohngebäude abgerissen wird. Eventuell könne auch eine Freifläche für das Kulturhaus geschaffen werden.

„Wir sind sehr dankbar und sehr glücklich, dass das geklappt hat“, betonte Ortsbürgermeisterin Regina Lessing. Denn die baufällige Bruchbude sei schon lange ein Ärgernis im Dorf und eine Gefahrenquelle.

Absprachen im Vorfeld

Absprachen mit der Stadt habe es schon gegeben im Vorfeld der Versteigerung. „Aber das stand ja alles in den Sternen. Wir hätten uns auch gefreut, wenn ein Investor dort etwas hingezaubert hätte, aber das ist die günstigste Variante“, so Lessing. Denn nun könne endlich auch das Kulturhaus von außen saniert werden. 2009/2010 sei das Gebäude von innen umfassend erneuert worden. „Doch das nützt auf Dauer nichts, wenn nicht auch die Außenhaut gemacht werden kann“, so Lessing. Bisher sei das nicht möglich gewesen. Zum Kulturhaus gehöre im hinteren Bereich nur ein ein Meter breiter Streifen. Damit habe eine Baufreiheit nicht gewährleistet werden können. Den Anbau direkt am Kulturhaus möchte Lessing gern behalten. Den soll der Männergesangverein als Probenraum nutzen können. Das Haus selbst müsse abgerissen werden. Eine fünfstellige Summe sei dafür schon erforderlich. Ein Angebot habe man schon mal im vorigen Jahr einholen lassen. Konkrete Pläne für das Grundstück gebe es nicht. Denkbar aber sei, aus dem Grundstück einen Parkplatz zu machen für einen möglichen Nahversorger in der seit Sommer geschlossenen gegenüberliegenden Konsumverkaufsstelle. „Es gibt da verschiedene Diskussionen“, so Lessing. Es sei Bewegung in der Sache. Aber noch sei nichts spruchreif. „Das ist eine Politik der kleinen Schritte. Wir brauchen noch einen langen Atem. Von der Diskussion bis zur Öffnung der Ladentür und dem Einkaufen wird noch viel Zeit vergehen“, betonte Lessing.

Die alte Konsumschule soll einst das erste Haus am Platze gewesen sein. Gleich nach der Wende hatte ein Mann aus Bremen die Immobilie für 10 000 D-Mark ersteigert. Seitdem steht das Haus leer und verfällt. Aufgrund der Baufälligkeit hatte es auch schon Sicherheitsauflagen gegeben (wir berichteten).