Ortschaftsrat besprach Friedhofskonzept / Viele Pläne umgesetzt, aber auch Probleme mit Abfallentsorgung

"Außer einem Friedwald haben wir alles in Kalbe"

Von Gesine Biermann

Von der grünen Wiese bis zum Reihengrab, anonym, halbanonym oder konservativ: Für eine Bestattung auf dem kommunalen Friedhof in Kalbe gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Kalbe l Es gibt ein Feld mit Gräbern ohne Stein, oder nur mit Steinen ohne Grab. Es gibt die Möglichkeit, eine Platte im Boden zu versenken, auf der Erinnerungsdaten stehen, und auch die anonyme grüne Wiese ist vorhanden. Hier bietet nur eine Platte im Boden die Möglichkeit, Blumen abzulegen. Eine Anlage für Urnengräber gibt es ebenso wie das bislang übliche Reihengrab mit Stein und Hecke: "Ich denke, dass wir außer der Möglichkeit, sich anonym unter einem Baum bestatten zu lassen - wie im Friedwald - in Kalbe alle Möglichkeiten der Bestattung anbieten können", fasste Ortsbürgermeister Helmut Bender während der jüngsten Ortschaftsratssitzung zusammen.

Bender, aber auch Ratsherr Mirko Wolff, dankten für die Umsetzung aller Konzepte auf dem Kalbenser Friedhof am Donnerstag noch einmal allen Beteiligten, insbesondere natürlich der Friedhofskommission, aber auch Privatunternehmern wie Steinmetzmeister Jens Eichenberg oder Gärtnermeister Heiko Dohse, die sich engagiert in die Planung und Umsetzung der Friedhofsgestaltung mit einbringen würden, so Bender.

Ein ganz spezielles Lob sprach der Ortsbürgermeister schließlich auch für das neu angelegte Kindergrabfeld aus: "Das ist wirklich eine schöne Anlage!" Sie sei zudem etwas anders gestaltet, lasse Spielraum für eigene Vorschläge. Einige Steine dienten dazu bereits als Muster.

"Es gibt Orte, da muss jeglicher Abfall privat entsorgt werden."

Um die vielen verschiedenen Möglichkeiten für die Bürger überhaupt einmal zusammenzufassen, regte Ratskollege Mattias Graf allerdings noch einmal an, verwaltungsseitig ein Schriftstück aufzusetzen und diese Handzettel den Bestattern der Region auszuhändigen. Eine Anregung, die Bürgermeister Karsten Ruth mitnahm.

Ruth hatte indes auch etwas zu berichten. Das allerdings sei nicht so positiv, bedauerte er. Sorgen mache in der jüngsten Zeit nämlich immer wieder die Abfallentsorgung auf dem Friedhof. Dort nämlich dürfen nur organische Abfälle abgelegt werden. "Wir erleben aber immer wieder, dass nicht getrennt wird. Gebinde mit Plastikteilen vermischt liegen teilweise direkt unter den Schildern." Und das, so Ruth, werde sich die Verwaltung wohl nicht länger mit ansehen: "Es gibt Orte, da muss jeglicher Abfall privat entsorgt werden", erinnerte er. Da die Trennung illegal entsorgter Mischabfälle auch ein Kostenfaktor für die Stadt sei, "werden wir zukünftig versuchen, die Verursacher zu ermitteln und dann auch Ordnungsgelder erheben."

Denn schließlich wird auch in den Friedhof investiert: "Das Feuchtigkeitsproblem auf den Wegen haben wir jetzt weitgehend in den Griff bekommen", so Ruth. Es hatte zuvor Beschwerden gegeben, dass Angehörige mit Rollatoren manche Wege nicht passieren könnten.

Ein Problem sah allerdings Bauhofchef Uwe Wolff, der als Gast bei der Sitzung war, in den Abfallbergen hinter der Trauerhalle. "Die werden uns noch Sorgen machen", befürchtete der Praktiker: "Das ist ja schließlich alles Sondermüll."

Änderungen für die Nutzer wird es demnächst in der Trauerhalle geben. Hier sei die Bestuhlung nicht ausreichend, so Bender. Deshalb sei angedacht, eine größere Anzahl neuer Stühle zu bestellen. "Die alten können dann in anderen Einrichtungen, zum Beispiel im Wachhaus, genutzt werden."

Dem Vorschlag stimmten schließlich alle Ratsmitglieder zu.