Gardelegen l „Er ist ein Künstler, der selbst von seiner Arbeit sagt, er ist nie ganz zufrieden damit. Das ehrt ihn.“ Mit diesen Worten stellte Rupert Kaiser, Verwaltungsmitarbeiter für Kultur, den Künstler Manfred Voigt vor, der nun seine Gemälde in der Alten Löwenapotheke zeigt. Ein Künstler mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Immerhin hat er rund 50 Jahre lang nicht gemalt. Erst vor vier Jahren griff der Gardeleger nach langer Schaffenspause wieder zu Pinsel und Farben. Er habe einen Ölmalkasten zum Geburtstag geschenkt bekommen, und „um den Sticheleien der Familie zu entgehen“, habe er ihn dann auch endlich benutzt, verriet der 68-Jährige am Freitag bei der Vernissage zur Ausstellung.

Der gelernte Maurer, der derzeit in Gardelegen einen Baustoffhandel betreibt, fand schon bald begeisterte Fans seiner Werke. Unter anderem schuf er ein Bild des Gardeleger Rathauses, das schon zwei Tage, nachdem er es in einer Ausstellung aufgehängt hatte, verkauft wurde. Auch auf der aktuellen Ausstellung liebäugelten bereits einige Kunstfreunde mit dem einen oder anderen Gemälde.

Zur Eröffnung spielten Valentina Krieg, Ann Sophie Pott und Filine Grabert von der Kreismusikschule auf ihren Blockflöten vor und bekamen viel Applaus für ihre Darbietung. Und viel zu sehen gab es ebenfalls in der Ausstellung. Leuchtende Farben, phantastische Landschaften und Meeresbilder, daneben alte Gebäude, auch eine Skizze, auf der sich Besucher wie in einem Gästebuch verewigen konnten.

Bilder

Historischer Zyklus über Gardelegen

Am liebsten male er in Öl, erzählte Voigt. Für einen Künstler, der nur abends arbeitet, geradezu ideal, da die Farbe auch 24 Stunden später noch frisch ist und man dort weiter arbeiten könne, wo man am Abend zuvor aufgehört hat. Derzeit arbeitet er an einem Zyklus mit Gardeleger Motiven aus dem 19. Jahrhundert. Durchaus eine Herausforderung, wenn man farbenfrohe Bilder schaffen will, aber nur alte Schwarzweißaufnahmen als Vorlage findet.

Die Ausstellung im Galeriegeschoss der Alten Löwenapotheke am Rathaus kann bis zum 16. Juni besichtigt werden. Geöffnet ist sie montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr, dienstags von 10 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 13 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr.