Wollenhagen l Ein idyllisches Dorfbild: Entlang der Straße fließt die Bäke durch Wollenhagen. Über neun Brücken erreichen die Anwohner ihre Grundstücke. Der Bach ist ein Hingucker, ein Kleinod, mit dem kaum ein anderes Dorf in der Region aufwarten kann. Derzeit schauen die Anwohner aber mit Sorge auf ihre Bäke. Die Ufermauer muss dringend saniert werden.

Der Bach wurde 1936 von der Mitte des Ortes an den Straßenrand verlegt. Als Begrenzung im Bachbett wurde Beton genutzt. Für ein schöneres Ortsbild erfolgten 1997 Veränderungen. Beton wurde entfernt, Feldsteine verlegt. „Das Ganze gab ein natürliches Erscheinungsbild“, berichtete Ortsbürgermeister Siegfried Jordan. Doch nun, mehr als 20 Jahre später, muss die Steinbefestigung erneuert werden. Im Laufe der Jahre begannen in den Fugen Pflanzen ihren Platz zu finden. Und je mehr Pflanzen dort wuchsen, um so mehr höhlten sie die Fugen zwischen den einzelnen Feldsteinen aus. Steine wurden locker. Mittlerweile sind Stücke der Bachmauer herausgebrochen, die Brückenauflagen marode. „Es muss etwas passieren“, fasste Jordan zusammen. Auf einer Länge von rund 230 Metern müsse die Ufermauer erneuert werden.

Planfeststellungsverfahren des Altmarkkreises

Bereits in den Haushalt 2017/18 hatte die Stadt Gardelegen 50.000 Euro für diese Maßnahme eingestellt. Bei der Ausschreibung lagen die Gebote bei 96.000 Euro. „Aus diesem Grund wurde nicht angefangen zu bauen“, wusste Jordan. Der Ortschaftsrat stellte einen Antrag für das neue Haushaltsjahr, „und zwar auf Erhöhung der fehlenden 50.000 Euro.“ Dies zog Jordan aber wieder zurück, denn mittlerweile ist im Bauamt bekannt geworden, dass es sich bei der Bäke um ein Gewässer zweiter Ordnung handelt. Mit der Gebietsreform kamen mehr als 40 Ortsteile zur Hansestadt hinzu, die Zuständigkeiten jedes Bachlaufs waren nicht sofort präsent. Als Gewässer zweiter Ordnung obliege die Unterhaltung der Bäke dem Unterhaltungsverband (UHV) Milde-Biese.

Mit an den Kosten beteiligt werden voraussichtlich auch die Hansestadt, da der Gehweg, der sich in Trägerschaft der Stadt befindet, über den Bach entwässert wird, und der Altmarkkreis (die ortsdurchführende Kreisstraße wird entwässert). Ein Treffen mit allen Beteiligten soll nun stattfinden. Es bedarf eines Planfeststellungsverfahrens des Altmarkkreises.

Wasserrechtliche Genehmigungen einholen

Mit zur Kasse gebeten werden auch die Anwohner. Die Satzung zur Unterhaltung von Ufermauern des Landes Sachsen-Anhalt sieht dies vor. Anwohner und Ortschaftsrat sind darüber wenig erfreut. Zudem sei zu prüfen, wie es vom UHV heißt, ob die Bevorteilten der insgesamt neun Brücken im Ort eine wasserrechtliche Genehmigung für diese haben. Wenn nicht, müsse eine solche beantragt werden. Ebenso verhält es sich mit Rohren, die ins Gewässer führen. Auch sie brauchen eine wasserrechtliche Genehmigung.

In diesem Jahr wird es mit der Sanierung des Bachlaufs nichts mehr werden. Im diesjährigen Haushalt des UHV sind keine Mittel für diese Maßnahme vorgesehen, wie Stephan Gerth, Geschäftsführer des UHV Milde-Biese, deutlich machte.