Gardelegen/Zichtau l Am Sonnabend nutzte eine junge Familie das schöne Wetter zum Baden im Waldbad Zichtau. „Gut zwei Stunden waren wir wohl im Wasser“, schilderte die Mutti eines Sohnes (Name der Red. bekannt). Auf dem Weg nach Hause fing es schon an. Starker Juckreiz am ganzen Körper. „Wir hatten erst gedacht, dass wir das Wasser wohl nicht vertragen haben.“ Doch auch nach dem Duschen und Eincremen wurde es nicht besser. Im Gegenteil. „Der ganze Körper war mit kleinen Quaddeln, ähnlich wie Flohbisse, übersät, und die haben fürchterlich gejuckt“, schilderte die Mutti. Eine Bekannte, die ebenfalls mit ihrem Sohn zum Baden im Waldbad war, habe sie dann gefragt, ob sie auch solche Probleme hätten. „Die ist dann mit ihrem Sohn zum Arzt gefahren, weil es so schlimm war. Dann musste ich erst mal googlen, was Entenflöhe sind.“

Erste Probe negativ, zweite Probe positiv

In den vergangenen zehn Tagen seien mehrere Fälle aufgetreten, bestätigte Gardelegens Vize-Bürgermeister Maik Machalz. Die Stadt als Träger des Waldbades habe daraufhin mit dem Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Kontakt aufgenommen. „Wir wollen jetzt genau wissen, was das ist. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, kann man noch nicht sagen. Wir lassen uns da auch Zeit, denn Gesundheit geht vor“, betonte Machalz.

Auch dem Gesundheitsamt seien von Ärzten mehrere Fälle von Badedermatitis (Hautausschlag) nach dem Baden im Waldbad Zichtau gemeldet worden, teilte Kreissprecherin Birgit Eurich gestern mit. Am 11. Juni sei eine erste Wasserprobe genommen worden. „Gezielt wurde das Badewasser dabei auf Zerkarien, die eine Badedermatitis hervorrufen können, untersucht. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen Befund“, berichtete Eurich.

Danach allerdings seien weitere Fälle von Hautausschlägen als rote, stark juckende Pusteln gemeldet worden, insbesondere eben auch bei Kindern. Das Gesundheitsamt habe der Stadt als Träger gestern geraten, den Badebetrieb einzustellen, bis die Ursachen der Beschwerden geklärt sind. Die Stadt folgte dieser Empfehlung. „Das lief alles in enger Absprache mit der Stadt“, betonte Eurich.  Die weiteren Untersuchungen laufen über das Landesamt für Verbraucherschutz. Wann konkrete Ergebnisse vorliegen, sei offen. „Gesagt wurde uns, so schnell wie möglich“, so Eurich.

Damit hat das Waldbad Zichtau nun ein neues Problem. Erst waren es die Blaualgen, die mehrere Jahre für Ärger und Verdruss gesorgt hatten. 2011 gab es den ersten Befall. Vermutet wurde damals, dass ein Kiesaustausch die Ursache war.

Erst die Blaualgen, jetzt Larven von Saugwürm

Mehrere Jahre hatten es sich die Blaualgen pünktlich zur Badesaison im Waldbad gemütlich gemacht. Mehrfach musste das Bad geschlossen werden. Es gab umfangreiche Untersuchungen in alle möglichen Richtungen. Seit einigen Jahren wird Trinkwasser zugeführt. Seitdem sind die Blaualgen verschwunden.

Jetzt sind es vermutlich nun die Zerkarien (s. Info-Kasten), die den Badespaß beeinträchtigen. Allerdings, wer in einem Naturgewässer badet, müsse damit rechnen, heißt es auf einer Ärzte-Zeitung-Homepage.