Estedt l Bei der Sanierung von Gebäuden älteren Herstellungsdatums treten während der Bauphase immer wieder Überraschungen auf. Die Folge sind zusätzliche Bauleistungen, die ursprünglich nicht geplant waren. „Nachtragsleistungen kommen bei Umbau und Sanierungsprojekten dann zum Tragen, wenn zuvor verdeckte oder eingeschlossene Bauteile im Zuge der Arbeiten vor Ort sichtbar werden und sich dann in ihrem Zustand anders darstellen, als dies zum Zeitpunkt der Planung angenommen werden konnte oder aus alten Bauunterlagen bekannt war“, erläutert das Bauamt in der Beschlussvorlage zu den Mehrkosten für den Umbau und die Sanierung der Estedter Kita und der ehemaligen Grundschule zu einem modernen Kinderbetreuungszentrum mit Krippe, Kindergarten und Hort. 94 000 Euro zusätzliche Leistungen seien bisher erbracht worden. Den größten Anteil hätte dabei die Erneuerung von vier Decken. Denn beim Abriss der Unterböden seien „Risse und Durchhängungen“ festgestellt worden. Eine Stabilität sei nicht somit nicht mehr gewährleistet gewesen. Alle anderen Decken seien in Ordnung gewesen.

Angebote etwa 20 Prozent höher als geplant

Doch der Hauptgrund für die nicht unerhebliche Kostensteigerung von insgesamt 700.000 Euro sind die gestiegenen Baupreise in der Baubranche insgesamt. Die Kostenschätzung für das Estedter Bauprojekt basiert auf den Preisen von 2016. Danach seien auch die Fördermittel aus dem Programm Stark V von knapp 2,42 Millionen Euro bewilligt worden. Auf dieser Grundlage seien dann die Budgets für 32 Baugewerke, die bei diesem Projekt zum Einsatz kommen, berechnet worden. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien 19 Gewerke ausgeschrieben und beauftragt worden. Dabei lagen die Angebote des jeweils wirtschaftlichsten Bieters im Durchschnitt 20 Prozent über den zur Verfügung stehenden Budgets, heißt es in der Beschlussvorlage. Es sei zu erwarten, dass auch bei den restlichen Gewerken eine entsprechende Preissteigerung erfolge.

Die Verwaltung geht davon aus, dass mit Mehrkosten von insgesamt 700.000 Euro zu rechnen ist. 350.000 Euro könnten über den aktuellen Doppelhaushalt 2017/2018 gesichert werden. Weitere 350.000 Euro müssten in den nächsten Doppelhaushalt für 2019/2020, der derzeit erarbeitet wird, eingestellt werden.

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Mit der ursprünglichen Planung hätte das 2,4-Millionen-Euro-Projekt bei einem Eigenanteil der Stadt von gerade mal 80.000 Euro realisiert werden können.

Speisesaal wird abgerissen

Zum Projekt: Der einstige Speisesaal wurde komplett abgerissen. Der alte Schulkomplex wurde entkernt. Sämtliche Fußbodenkonstruktionen, Elektro- und Heizleitungen im alten Schulgebäude wurden ebenfalls abgerissen.

Moderner Glasverbinder und Fahrstuhl

Das Schulgebäude und das Kindergartengebäude werden mit einem modernen Glasbau verbunden. Dieser Neubau wird später dann auch der Haupteingang zum Kinderzentrum sein. Im Erdgeschoss wird ein multifunktionaler Mehrzweckraum eingerichtet, der unter anderem als Veranstaltungs- und Speiseraum genutzt werden soll. In diesem Neubau wird auch ein Fahrstuhl eingebaut, so dass alle Etagen barrierefrei erreichbar sein werden. Auch im Inneren wird alles erneuert, wie sanitäre Anlagen, Fußböden, Heizung und Beleuchtung mit einem stromsparenden LED-System.

Die Fertigstellung ist für Mitte des kommenden Jahres geplant.

Mit den Mehrkosten wird sich am Montag, 27. August, der städtische Bauausschuss befassen, der zuvor die Baustelle besichtigen wird. Treffpunkt ist um 19 Uhr in der Estedter Sporthalle. Die Sitzung ist öffentlich.