Wannefeld/Letzlingen l Immer wieder hatte Wannefelds Bürgermeister Gustav Wienecke die dringend notwendige Sanierung des Radweges zwischen Letzlingen und Wannefeld in den vergangenen Jahren auf der Agenda, denn der Zustand wurde immer schlimmer. Er nannte ihn „eine Katastrophe“.

Die Wurzeln der Bäume entlang des Weges hatten die Bitumendecke an zahlreichen Stellen nach oben gedrückt, sodass eine regelrechte Buckelpiste entstanden war, die die Radfahrer fast von ihren Vehikeln holte, wenn sie den Lenker nicht fest genug hielten. Viele fuhren schon wieder auf der Straße, weil die ebener ist. Die einzigen, die ihre Freude daran hatten, waren die radfahrenden Kinder, die mit Spaß über die huckelige Strecke pesten. Zum Glück war bis jetzt noch nichts passiert.

Über Jahre passierte nichts

Immer wieder wurde dieser Punkt in die Protokolle der Ortschaftsratssitzungen aufgenommen, damit die Stadt das Problem an den Altmarkkreis Salzwedel, der Baulastträger der Straße und des straßenbegleitenden Radweges ist, weiterleitet und handelt. Auch beim Kreis selbst wurde Wienecke vorstellig. Doch passierte jahrelang nichts. 2019 gab es dann einen Vor-Ort-Termin vom Kreis, allerdings ohne Beteiligung der betroffenen Dörfer. Im Anschluss wurde ein Schild „Straßenschäden“ aufgestellt.

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Doch Wienecke und seine Ortschaftsräte blieben am Ball. Erst vor einigen Wochen stand das Problem mit dem Radweg wieder auf dem Tapet, als das Gremium über Investitionswünsche für den aufzustellenden Haushalt der Stadt für die Jahre 2021/2022 ging. Zusätzlich wurde Wienecke, wie er im Gespräch mit der Volksstimme sagte, auch persönlich noch einmal beim Kreis vorstellig und stieß dieses Mal auf offene Ohren.

In der Woche vom 10. August begannen die Arbeiten am Radweg durch die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei des Altmarkkreises Salzwedel/Bereich Klötze. Auf dem sehr schadhaften Teilstück von 1574 Metern Länge werden Unebenheiten und Aufbrüche beseitigt. Es werden zirka 25 Einzelabschnitte saniert, sodass eine Gesamtfläche von rund 330 Quadratmeter repariert werden, teilte Birgit Eurich, Pressesprecherin des Almarkkreises auf Nachfrage mit.

In der selben Woche wurde damit begonnen, den Bitumen an den Schadstellen herauszuschneiden und zu beräumen. Das werde in der Woche vom 17. August fortgesetzt. Zudem erfolge die Vorbereitung des Untergrundes für den Einbau der neuen Tragdeckschicht aus Asphalt, der für die Woche danach vorgesehen ist.

Diese Arbeiten werden laut Eurich überwiegend manuell verrichtet. Dazu werden 63 Tonnen Asphalt verarbeitet. Bleiben die Wetterverhältnisse so, wie sie derzeit sind, wäre in der 36. Kalenderwoche, die am 31. August beginnt, die Freigabe des Weges für den Radverkehr wieder möglich.

Radwegbau vor 20 Jahren

Auch um den Radwegbau an sich, haben Wannefeld und Letzlingen, die damals noch eigenständige Gemeinden waren und sich auch an der Finanzierung beteiligten, lange gerungen, bis der Landkreis im Jahr 2000 endlich „grünes Licht“ gab. Der Bau selbst erfolgte in relativ kurzer Zeit, sodass am 8. Dezember in dem Jahr noch die Freigabe durch die damaligen Bürgermeister, Regina Lessing (Letzlingen) und Eberhard Müller (Wannefeld), erfolgte.

Die Baukosten für die insgesamt 1,5 Kilometer beliefen sich damals auf 155.000 Mark. Dazu kamen noch weitere Kosten, etwa für die Vermessung und Grundstückskauf. 25 Eigentümer mussten sich nämlich zuvor bereit erklären, ihr Land für den Radweg zu verkaufen.