Weteritz l Beeindruckend ist er schon, der historische Baumbestand im Weteritzer Park, der im Jahre 1880 angelegt wurde. Und wertvoll, wie Daniel Langer vom städtischen Bauamt betont, vor allem der regionale Baumbestand des Parkes mit seinen meterhohen Eichen, Kastanien, Fichten, Buchen und Tannen. Das gesamte Ensemble stehe nicht umsonst unter Denkmal- und Landschaftsschutz. Aber der schöne Schein trügt. Die Witterung der vergangenen Jahre mit Wasser im Überfluss vor zwei Jahren, der Dürre im vorigen Jahr und der starken Stürme haben Spuren hinterlassen. Dicke, trockene Äste drohen herunterzufallen, ja sogar ganze Bäume sind einsturzgefährdet. Der Park ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Betreten des Parkes ist untersagt. Es besteht Lebensgefahr.

Festgestellt wurden die Schäden bei einer routinemäßigen Kontrolle, erläuterte auf Volksstimme-Anfrage Daniel Langer, der im Bauamt unter anderem für den Park zuständig ist. Unterdessen haben Experten den Baumbestand untersucht. Zum Einsatz kam spezielle Technik. Die Begutachtung fand auf einer Art Schallbasis statt.

An keine Frist gebunden

Etwa sechs bis sieben Bäume müssen gefällt werden. Wann das passiert, sei derzeit noch offen. Momentan werden die Ergebnisse zu Papier gebracht. Das Konzept wird dem Denkmalschutz übergeben, der dann die Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise treffen wird. Eigentlich dürften Fällarbeiten nur bis zum 28. Februar ausgeführt werden. „In diesem Fall sind wir aber nicht an diese Frist gebunden, da es sich hier um Verkehrssicherungsmaßnahmen handelt“, betonte Langer.

Unter den geschädigten Bäumen ist auch die markante meterhohe, etwa 200 Jahre alte Buche im Weteritzer Park. Dieser Baum mit seinen gewaltigen zwei Stammanlagen sei im Wurzelbereich vom Brandkrustenpilz befallen. Der gilt als gefährlicher Schadpilz und verursacht Moderfäule im Wurzelbereich. Das wiederum hat zur Folge, dass die Stand- und Bruchsicherheit von befallenen Bäumen gefährdet ist. Und wenn dieser Baum umstürze, so Langer, sollte niemand in der Nähe sein. „Wir reden hier von etwa 100 Raummeter oder 70 bis 80 Tonnen Holz“, machte Langer deutlich. Experten hätten sich für eine Fällung des Baumes ausgesprochen.

85 Bäume nummeriert

„Wir achten auch auf geschützte Vogelarten“, so Langer. In einem Baum sei beispielsweise ein Loch gewesen. Dort habe eine Eule ihr Domizil. „Diese Bäume fassen wir nicht an“, versicherte Langer.

Der gesperrte Park war auch Thema im Bauausschuss am Montagabend. Die Weteritzer seien beunruhigt, wie es im Park nun weiter gehen soll, wann die Anlage wieder für Besucher geöffnet werden kann. Immerhin seien 85 Bäume mit Nummern markiert worden, gab Stadtrat Dirk Kuke (Freie Liste/Feuerwehr) an.

Pflegekataster wird angelegt

Ein Termin stehe noch nicht fest. Erforderliche Fällarbeiten und Nachpflanzungen müssten noch mit dem Denkmalschutz abgesprochen werden. „Aber eigentlich ist es ganz einfach. Ist ein Baum kaputt, kommt der Baum weg. Ist er gesund, bleibt er stehen“, fasste Zepig zusammen. Es gehe hier um die Sicherheit. „Wir würden uns sonst strafbar machen, und darauf habe ich keine Lust“, stellte Zepig klar. Auf jeden Fall, so Kuke, würden die Weteritzer nach der Fällaktion bei der Beräumung gern behilflich sein. „Über die Holzentsorgung braucht sich keiner Gedanken zu machen. Das ist Bestandteil der Ausschreibung“, so Zepig.

Die nummerierten Bäume sollen auch nicht gefällt werden, erläuterte Langer im Nachgang der Sitzung. Die Nummerierung sei für ein Pflegekataster des Baumbestandes erfolgt.