Umleitung

Baustelle B71: Schwerlastverkehr rollt durch die Dörfer im Altmarkkreis

Schon wenige Tage nach Baustart an der B71 in Winterfeld, fahren zahlreiche Lastkraftwagen nicht die richtig ausgewiesene Umleitungstrecke. Sie rollen durch Badel und Co.

Von Malte Schmidt
Seit Montag rollen unzählige Lastkraftwagen durch Badel, Zierau, Zethlingen und weitere Dörfer entlang der Umleitungsstrecke. Das jedoch nicht rechtens, da die eigentliche Umleitungsstrecke für  Fahrzeuge dieser Größenordnung über Apenburg und Beetzendorf führt.
Seit Montag rollen unzählige Lastkraftwagen durch Badel, Zierau, Zethlingen und weitere Dörfer entlang der Umleitungsstrecke. Das jedoch nicht rechtens, da die eigentliche Umleitungsstrecke für Fahrzeuge dieser Größenordnung über Apenburg und Beetzendorf führt. Foto: Malte Schmidt

Badel/Zethlingen/Zierau - Gelassen stellt Friedrich Stackfleth am Dienstagmorgen seine Harke an die Hauswand und lehnt sich an seinen Gartenzaun. Den Badeler kann augenscheinlich so schnell nichts aus seiner Ruhe bringen. „Das hat sich am Montag geändert. Ich wollte schon bei ihnen oder bei der Polizei anrufen“, gesteht der 82-Jährige. Seit dem Tag rollen nämlich zahlreiche Lastkraftwagen durch das beschauliche Dorf. Der Grund dafür ist, dass auf einem weiteren Abschnitt der Bundesstraße 71 in Winterfeld eine längere Baustelle eingerichtet worden ist, auf der die Arbeiten Anfang der Woche begonnen haben.   

Geplant sind im ersten Bauabschnitt Arbeiten von der B 71/Lindenstraße bis zur Kreuzung Schulstraße/Achterstraße in Winterfeld.  Im zweiten Abschnitt wird die Straße dann von der B 71/Lindenstraße in Richtung Ortsausgang erneuert. Hinzu kommt, dass im Anschluss auch die Deckschicht bis zur Kreuzung nach Sallenthin und Baars erneuert wird. Das alles unter Vollsperrung der Bundesstraße. Im dritten Bauabschnitt wird dann die Winterfelder Ortsdurchfahrt in Richtung Süden komplettiert, dann aber unter halbseitiger Sperrung.

Der Badeler Friedrich Stackfleth hofft, dass der Verkehr bald nachlässt, da er Sorge um die Straßen und um sein Haus hat.
Der Badeler Friedrich Stackfleth hofft, dass der Verkehr bald nachlässt, da er Sorge um die Straßen und um sein Haus hat.
Foto: Malte Schmidt

Aus dem Landesverkehrsministerium hieß es dazu, dass die Arbeiten bis voraussichtlich 5. November andauern werden. „Und in dieser Zeit sollen dann täglich hier die schweren Fahrzeuge durch Badel rollen?“, fragt Friedrich Stackfleth. Eigentlich nicht!

Bereits Ende Juli hatte nämlich das Landesverkehrsministerium mitgeteilt, dass nur der Pkw-Verkehr über Cheinitz, Zethlingen, Badel, Zierau, Jeggeleben, Sallenthin zurück zur B 71 (Strecke rund 27 Kilometer bis Salzwedel) und umgekehrt umgeleitet werden soll.

Lkw-Fahrer halten sich nicht an Vorgaben

Die Umleitungsstrecke für Lastkraftwagen führt stattdessen über Cheinitz, Apenburg, Siedengrieben, Beetzendorf, Rohrberg, Kuhfelde, Kricheldorf und zurück zur B 71 (Strecke rund 38 Kilometer bis Salzwedel). An diese Vorgabe aber hielten sich, zumindest am Montagvormittag, nicht alle Lastkraftwagenfahrer. Innerhalb einer Stunde konnte die Volksstimme in einer nicht repräsentativen Verkehrszählung registrieren, dass 21 Lastkraftwagen, neun Kleintransporter und 19 Pkw durch Badel rollten.  „Das machen doch unsere Straßen hier, die eh schon kaputt sind, gar nicht mit, geschweige denn unsere Häuser, die nach der Umleitung bestimmt Risse haben werden“, vermutet Friedrich Stackfleth.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen

Auch Edeltraut Klaus und Gisela Schöllner ist das erhöhte Verkehrsaufgekommen aufgefallen. So ganz fremd kommt den zwei Badelerinnen das jedoch nicht vor, da sich in der Nähe größere Betriebe befänden. „Da rollen schon mal ein paar Lastkraftwagen am Tag hier durch – oder die Eltern, die ihre Kinder von der Kita abholen. Für uns ist das aber kein Problem“, sehen sie die Lage noch entspannt. Sie gestehen aber: „Unten an der Kreuzung werden die Badeler bestimmt mit Lärm und den Vibrationen durch die schweren Fahrzeuge zu kämpfen haben.“

Aufgefallen ist das erhöhte Verkehrsaufkommen auch Einwohnern in Zierau. „Es ist schon zu merken, dass mehr Autos, aber auch Lastkraftwagen hier durchfahren. Nachts ist es jedoch ruhig“, resümiert Weronika Hennig, die in dem Dorf wohnt. Eine Anwohnerin in Zethlingen, die namentlich nicht in der Zeitung erscheinen möchte, beschwerte sich regelrecht über die jetzige Situation. „Unsere Straße in der Dorfmitte hat doch jetzt schon überall Löcher und ist kaputt.“ Daher sieht sie die zuständigen Behörden und die Polizei in der Pflicht, den Umleitungsverkehr verstärkt zu kontrollieren.

In Richtung Jeggeleben ist deutlich zu erkennen, dass Autofahrer höchstens bis zur Kreuzung in Winterfeld kommen, die bereits  gesperrt ist.
In Richtung Jeggeleben ist deutlich zu erkennen, dass Autofahrer höchstens bis zur Kreuzung in Winterfeld kommen, die bereits gesperrt ist.
Malte Schmidt