Gardelegen l „Oh, sind die schön. Dürfen wir die gleich mal ausprobieren? Die sind ja cool. Guck mal, sogar Zweisitzer“ – mit lauter Bewunderung stürzten sich die Mädchen auf die neuen Geräte, die der Weihnachtsmann schon mal vorab in der Freizeitoase abgeladen hatte. Drei schmucke Zweisitzer-Go-Carts und sechs große Flitzerroller gab es am Donnerstagnachmittag zur Bescherung bei der Weihnachtsfeier in der Freizeitoase. Und damit hatte der Weihnachtsmann wohl genau die richtige Entscheidung getroffen.

Der Weihnachtsmann war in diesem Fall die Leiterin der Einrichtung, Ingrid Jankowski. Sie hatte von der Stadt einen Zuschuss von 900 Euro erhalten und davon die schmucken Fahrzeuge gekauft. Ursprünglich wollte sie das Geld allerdings zurückgeben, denn bis vor kurzem war die Zukunft der Freizeiteinrichtung für Kinder völlig unklar. Die Einrichtung sollte geschlossen werden. Eigentümer der Gebäude an der alten Letzlinger Landstraße ist die Stadt. Und die hätte mehrere 100 000 Euro investieren müssen, um die Gebäude so herzurichten, wie sie den jetzigen Standards und gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Bei einer Brandsicherheitsschau hatte sich gezeigt, dass der Brandschutz dort völlig ungenügend sei. Die elektrischen Anlagen seien marode. Eine weitere Nutzung der Gebäude im jetzigen Zustand könne die Stadt nicht verantworten, hatte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher auf Volksstimme-Anfrage bereits Ende September mitgeteilt. Nach einer Sanierung hätte das VHS Bildungswerk als Träger der Freizeitoase auch Miete zahlen müssen. Bis dato konnten die Räume mietfrei genutzt werden. Zu diesem Punkt hatte es keine Einigung zwischen den Parteien gegeben.

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AG-Leiter verabschiedet und Pokale vergeben

Kurzfristig habe die Stadt jetzt einer Nutzungsverlängerung bis März zugestimmt. Die Freizeitoase wird bis dahin das Hauptgebäude mit sanitären Anlagen nutzen können. Neues Domizil – so sei es jedenfalls geplant – sollen Räumlichkeiten im Gebäude des VHS-Bildungswerkes am Lindenberg werden. Ob das nahtlos passieren wird, sei derzeit noch offen, so Jankowski, denn erforderlich sei eine Neueinrichtung. Auf jeden Fall soll also die Freizeitoase weiter bestehen.

Allerdings wurden am Donnerstag zunächst alle Honorarkräfte verabschiedet. Dazu gehörten Irmgard Pantel, Manfred Grobler, Jens Nahr, Marco Krüger und Sabine Krüger, die die Arbeitsgemeinschaften betreut hatten. Die wird es vorerst nicht mehr geben. Mit einer Ausnahme: Die Arbeitsgemeinschaft Jugend forscht, betreut von Conrad Hammer, wird weiter geführt. Hammer, seit 32 Jahren AG-Leiter zunächst im Schullandheim, später in der Freizeitoase, wird ehrenamtlich die Arbeitsgemeinschaft betreuen.

Übergeben wurden am Donnerstag auch die Pokale für Jugend forscht, die bis dahin in der Freizeitoase öffentlich ausgestellt waren. Nunmehr erhielten sie die Preisträger zurück. Joseline Schwarzlose hatte mit ihrem Beitrag 2016 einen Pokal gewonnen, Frances Guba 2017 und Lea Gohle 2018.

Zur Weihnachtsfeier am Donnerstagnachmittag gehörte auch eine Adventskaffeetafel mit Kaffee, Getränken und selbstgebackenen Plätzchen. Etwa 20 Mädchen und Jungen und einige Eltern waren der Einladung dazu gefolgt. Nach der Bescherung wurde dann noch in geselliger Runde erzählt und gespielt.

Mit der Weihnachtsfeier endete auch das Programm der Freizeitoase für dieses Jahr. Ab Dienstag, 7. Januar, können Schüler wieder das Nachmittagsprogramm nutzen. Und das zu den gewohnten Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr. Von 13 bis 14.30 Uhr wird, wie bisher auch, eine Hausaufgabenzeit angeboten.