Kalbenser AG bietet Mittelalterliches an allen drei Tagen

Bester Bogenschütze des Landes gesucht

Von Donald Lyko

Historisches wird es während des Sachsen-Anhalt-Tages an vielen Ecken der Gastgeberstadt geben. Um historische Kampf- und Jagdtechniken geht es zum Beispiel bei den Mitgliedern der AG Bogenbau der Kalbenser Danneil-Sekundarschule.

Gardelegen. Begonnen hatte es vor einigen Jahren mit einer Arbeitsgemeinschaft an der Kalbenser Sekundarschule. Uwe Schmidt aus Klein Engersen bot sich an, mit interessierten Mädchen und Jungen Pfeile und Bögen nach historischem Vorbild zu bauen. Es kam die passende Kleidung hinzu, einige Spiele, die ersten Wettbewerbe wurden organisiert. Und es fanden sich auch Erwachsene, die sich mit Gleichgesinnten mit dem Mittelalter beschäftigen wollen. Was daraus in den vergangenen Jahren geworden ist, zeigen die Akteure an allen drei Festtagen.

Zu finden sein werden Uwe Schmidt und seine Mitstreiter am Wall, einige Meter vom Stendaler Tor entfernt auf Höhe des Rosengartens. Am Freitag wird das Lager aufgebaut. Die Akteure wohnen in Zelten, gekocht wird über offenem Feuer. Die Mitwirkenden im Gewand nach historischem Vorbild zeigen aber auch, wie geschickt sie an der Schnitzbank arbeiten. An diesem Tag wird es schon einige Vorführungen mit dem Bogen geben, um die Wirkung sogenannter Bodkin-Spitzen auf verschiedene Materialien zu demonstrieren. Wer möchte, kann sich auch mit Pfeil und Bogen ausprobieren. Denn am Sonnabend und Sonntag heißt es: Gesucht wird der beste Langbogenschütze Sachsen-Anhalts! "Am Wettkampf kann jeder teilnehmen, der möchte", sagte Uwe Schmidt. Am Sonnabend findet der Wettstreit von 10 Uhr bis zum Abend statt, am Sonntag von 10 bis 14 Uhr.

"Zugelassen sind alle traditionellen Langbögen", erklärte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Wer hat, kann einen eigenen Bogen mitbringen. "Wir stellen bei Bedarf aber auch Langbögen zur Verfügung", so Schmidt. Wer einen Bogen mit Holzlaminat mitbringt, steigt mit einem Handycap von 40 Punkten ein. Geschossen wird ausschließlich mit Holzpfeilen.

Wer den Titel Bester Langbogenschütze Sachsen-Anhalts gewinnen möchte, muss in zwei Disziplinen gute Schießleistungen zeigen. Eine Disziplin ist die sogenannte Schießschranke. Auf der Schranke sitzen drei Krähen. Wurden diese getroffen, hebt sich die Schranke und die dahinter stehende Zielscheibe ist frei. Sollte schon beim Schießen auf die Krähen die Scheibe getroffen werden, zählen die Punkte aber erst dann, wenn die Schranke oben ist. Die zweite Disziplin ist das Riesenpendel. Etwa zwei Minuten hat der Schütze Zeit, seine Pfeile auf der schwingende Pendelscheibe zu platzieren. Die Ergebnisse beider Übungen - Schranke und Pendel wurden von der Gruppe aus Kalbe und Klein Engersen gebaut - werden für die Gesamtwertung zusammengezählt. Während zu diesem Wettstreit die Erwachsenen herausgefordert sind, wird für die Kinder ein Scheibenschießen angeboten.