Gardelegen l Pascal Mattheis, Isabelle Radtke und Milena Schulze sind die ersten „Gardelehrer“-Stipendiaten der Hansestadt Gardelegen. Am Dienstag erhielten sie im Gardeleger Rathaussaal die Bewilligungsbescheide für ihr Stipendiat. Alle drei kommen aus der Einheitsgemeinde Gardelegen, alle drei wollen in der Region bleiben. Pascal Mattheis lebt in Jävenitz, ist dort in der freiwilligen Feuerwehr engagiert. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert er derzeit im neunten Semester Lehramt für Sekundarschule in der Fächerkombination Deutsch und Geschichte.

Ebenfalls Lehrerin für Sekundarschulen möchte Isabelle Radtke werden. Ihr Augenmerk richtet sich allerdings auf die Mathematik. Die Gardelegerin beginnt gerade in Magdeburg ihr Masterstudium, das sich auf das grundständige Studium aufbaut.

Eine Gardelegerin ist auch Milena Schulze. Sie hat gerade das erste Semester begonnen, mit dem Ziel, nach Abschluss des Studiums als Lehrerin an Förderschulen tätig zu werden. Sie studiert Sprach- und Körperbehindertenpädagogik. Für den Grundschulbereich wählte sie die Fächer Deutsch und Sport. Milena Schulze engagiert sich im Gardeleger Sportverein. Sie ist aktive Fußballerin und spielt in der Gardeleger Frauenmannschaft. Außerdem trainiert sie die Vereinskinder auf dem Fußballplatz und möchte die Trainer-C-Lizenz absolvieren.

Minister begrüßt Initiative

„Eigentlich ist Bildung Landesaufgabe“, sagte am Dienstag Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner, wenn man in „Bildungsangelegenheiten aber immer nur in Zuständigkeitsbereichen denkt“, komme man nicht weiter, so der Minister. Er begrüße die Initiative der Stadt, mit dem Projekt gezielt nach Lehrern, die in Gardelegen leben und arbeiten wollen, zu suchen. „Wir müssen Experimente wagen, die verantwortbar sind. Dieses hier ist verantwortbar“, so der Minister. Mit dieser Initiative stelle Gardelegen einen Leuchtturm dar. Tullner hofft, dass weitere Kommunen im Land diesem Beispiel folgen werden.

Die Idee, Lehramtsstudenten mittels Stipendium für den Schulstandort Gardelegen zu begeistern, brachte vor einigen Monaten die Fraktion Freie Liste/Feuerwehr während der Ausschusssitzungen ein. Zunächst reagierten die Mitglieder der Ausschüsse verhalten, eben weil Bildung Ländersache ist, wie mehrere Ausschussmitglieder damals begründeten. Letztendlich stimmte der Stadtrat dieser Initiative doch zu. Im Sommer erfolgte die Ausschreibung.

Auf das Stipendium für „Gardelehrer“ hatten sich 28 Lehramtsstudenten beworben. ,„Weil das Interesse so groß war, aber auch, weil wirklich gute Leute dabei sind, haben wir uns dazu entschieden, statt einen Stipendiaten drei zu fördern“, berichtete Stadträtin Sandra Hietel (CDU) im Volksstimme-Gespräch. Mehr als die Hälfte der Bewerber kamen aus Gardelegen, weitere aus Stendal, Salzwedel, aber auch aus Niedersachsen.