Gardelegen l „Ohne die 75.000 Euro hätten wir uns das nicht leisten können. Jetzt wird es eine Anlage sein, die auch weit über die Stadtgrenzen hinaus für den Rollsport interessant sein wird.“ Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher zeigte sich überaus erfreut, dass der Antrag der Stadt bei der Lotto-Toto GmbH Zuspruch gefunden hat. Die beteiligt sich nun mit immerhin 75.000 Euro am Bau der geplanten Skateanlage im Bürgerpark nahe den Wallanlagen am Gulliverspielplatz. Am späten Mittwochnachmittag überreichte Astrid Wessler von der Lotto-Toto GmbH den symbolischen Scheck – direkt vor Ort im Bürgerpark und im Beisein von Vertretern aller Stadtratsfraktionen. „Engagierte Leute, ein tolles Projekt, das überregional ausstrahlen wird – da sorgen wir gern für den finanziellen Rückenwind“, betonte Wessler.

Ein Bereich für Anfänger

Eingeladen war auch die Gruppe junger Skater aus Gardelegen, die das Projekt gedanklich in die Kommunalpolitik eingebracht und auch in den Ausschüssen des Stadtrates verteidigt hatte. Im Vorfeld der Umgestaltung des Bürgerparkes hatte die Stadt zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen. Jedermann konnte Vorschläge machen, welche Gestaltungselemente er sich wünsche. Ein Großteil der Wünsche wurde mittlerweile umgesetzt: ein Hundespielplatz, Spielgeräte, ein Fitnessparcours und eine Fläche, die im Winter zum Eislaufen geflutet werden kann.

Auf der Wunschliste stand eben auch eine Skateanlage, eingebracht von Kai Neumann, David Wolfowski, Nico Seidenberg, Benedikt Preuß und Janneck Berger aus Gardelegen. „Wir waren nach dem ersten Gespräch mit der Bürgermeisterin und den folgenden Beratungen in den Ausschüssen überzeugt, dass es was wird mit der Skateanlage im Bürgerpark“, erzählte Benedikt Preuß. Derzeit müsse man weit fahren, wenn man Skaten will, nach Stendal, Wolfsburg oder Klötze. „Es ist ein sehr schönes Gefühl, dass sich unser Traum nun erfüllen wird“, betonte der 18-Jährige. Und er sei auch stolz, dass er als Jugendlicher etwas für die Jugend der Stadt bewegen konnte. „Was gibt es Schöneres?“, so Preuß.

Im Vorfeld hatte die Stadt zwei Varianten vorgestellt. Der Stadtrat entschied sich letztlich für die teurere, dafür aber besser ausgestattete Anlage. Insgesamt werden 265.000 Euro investiert. Beantragt wurden über das Stadt-Umbau-Ost Förderprogramm ein Zuschuss über 47.000 Euro. Der Bescheid stünde aber noch aus. Dazu kommen 100.000 Euro von der Stiftung Energiequelle für die Windräder rings um Gardelegen. Der Eigenanteil der Stadt würde dann bei etwa 43.000 Euro liegen. Entstehen wird die Rollsportanlage im hinteren Bereich des Bürgerparkes in Richtung Schloss Isenschnibbe an den Aufschüttungen. Somit würden Spaziergänger und Anwohner nicht vom Rollgeräusch gestört.

Der Skatepark wird 660 Quadratmeter groß und mit verschiedenen Elementen aus dem Streetbereich ausgestattet. Dazu gehören unter anderem ein Curb, Manualpad (Blöcke mit Kanten) und ein Flatrail (Skaterampe). Skaten, Inliner fahren oder BMX-Radeln – der Platz könne künftig vielfältig genutzt werden, so Schumacher. Enthalten sein wird auch ein Anfängerbereich. Es gebe zudem Überlegungen, das Skaten über einen Sportverein als Sektion anzubieten. Die Gardeleger Skategruppe plant ihrerseits einen Kurs anzubieten, um Grundlagenkenntnisse zu vermitteln, kündigte Benedikt Preuß an. Die Anlage soll zum Ende des nächsten Jahres fertig sein. Auf der Wunschliste für den Bürgerpark stehen nun noch ein Grillplatz und Toiletten.