Gardelegen l Von welcher Art das Volleyballnetz sei, das im Bürgerpark aufgebaut werden soll, sei für sie weniger von Interesse. Die vielmehr alles entscheidende Frage sei eine ganz andere. „Wer baut morgens das Netz auf und abends wieder ab, damit es auch am nächsten Tag noch da ist?“, zeigte sich Stadträtin Hannelore von Baehr besorgt.

„Niemand. Es bleibt hängen“, lautete kurz und knapp die Antwort von Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig. Man habe anderenorts gute Erfahrungen gemacht. Ein Beispiel sei die Bücherzelle am Rathausplatz. Dort habe es bisher noch keine Zerstörungen und Beschädigungen gegeben. „Wir vertrauen unserer Bevölkerung, dass solche Investitionen geachtet werden“, betonte Zepig. Mit diesem Frage-Antwort-Dialog wurde in der jüngsten Stadtratssitzung die Diskussion zur Umgestaltung des Bürgerparkes eröffnet. Zuvor nämlich hatte Zepig auf eine Anfrage aus dem Finanzausschuss reagiert, welches Netz auf dem Volleyballplatz – Bestandteil der Umgestaltungspläne – aufgebaut werden soll: ein normales Sportnetz, kein Metallnetz für 600 Euro.

Bodentrampolin für den Spielplatz

Gut 67.000 Euro sollen in diesem Jahr in die Umgestaltung investiert werden. Unter anderem sind eine Hundewiese und besagter Volleyballplatz geplant, ebenso ein Fitnesspark und eine Boule-Bahn. Der vorhandene Spielplatz wird erweitert. Dort werden dann zusätzlich unter anderem ein Balancierbalken, ein Bodentrampolin, eine Tischtennisplatte und ein Basketballkorb vorhanden sein. Im vorderen Bereich des Bürgerparkes soll eine Eventwiese für kulturelle Veranstaltungen ausgewiesen werden. Für 2019 gibt es dann weitere Pläne. Dazu gehören der Aufbau einer Skaterbahn und einer Kletterwand. Zudem soll ein Grillplatz mit Bänken und eine öffentliche WC-Anlage gebaut werden. Wie teuer das Ganze dann wird, ist derzeit noch offen.

Einen ganzen Fragenkatalog in Sachen Bürgerpark hatte dann Stadtrat Thorsten Bombach (fraktionslos) mitgebracht. Unter anderem: Gibt es Altlasten im Erdreich – auf dem Gelände befand sich einst das Agrochemische Zentrum – hat es Untersuchungen gegeben und wann, wie ist die Unterhaltung des ziemlich großen Areals geplant.

Pflege wird ausgeschrieben

Das Gelände sei „clean“, versicherte Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Es habe im Rahmen der Renaturierung entsprechende Untersuchungen gegeben. Wann das gewesen sei, habe er nicht parat. Dazu gebe es eine separate Antwort. Die Unterhaltung erfolge durch Stadtmitarbeiter und Firmen. „Die Pflege wird ausgeschrieben“, so Zepig. Aber zwischendurch werden auch Mitarbeiter der Stadt dort Hand anlegen. Die Verwaltung sei zudem zuständig für die Kontrolle und Wartung der Gerätschaften.

„In der Beschlussvorlage steht, dass der Park nicht so angenommen wird wie es erhofft war“, meldete sich dann SPD-Stadtrat Jörg Marten zu Wort. Der Bürgerpark sei einst als Erweiterung der Wallanlagen gedacht gewesen. „Und in dieser Form wird der Bürgerpark doch auch genutzt, nämlich von Spaziergängern und Radfahrern“, so Marten. Er sprach sich dafür aus, das Projekt langsam zu entwickeln, denn wie es aussehe, soll dort ja nun ein „mittelschwerer Sportpark“ entstehen mit Dingen, die in der Nähe bereits existieren. „Ich habe da schon meine Bedenken, was Vandalismus betrifft“, machte Marten deutlich, „wir sollten das langsam entwickeln und sehen, wie das dann angenommen wird.“

800.000 Euro investiert

Einen konkreten Antrag formulierte Marten allerdings nicht. So folgte die Abstimmung zur Umgestaltung des Bürgerparkes mit einer deutlichen Mehrheit: 26 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen. Auf der Fläche des jetzigen Bürgerparkes befand sich das einstige Agrochemische Zentrum – eine Industriebrache mit viel Beton, Schrott und auch Altlasten. Das Gelände konnte im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Erschließung des Industriegebietes Ost I renaturiert werden. Für 467.000 Euro wurden die alten Hallen abgerissen. 80 Prozent der Ausgaben wurden aus dem Landesprogramm für Altlastenbeseitigung und Bodenschutz gefördert. Fördergeld gab es auch für die danach folgende Umgestaltung des etwa sechs Hektar großen Areals. Insgesamt wurden knapp 800.000 Euro investiert.

Mit der Fördermittelbewilligung verbunden ist auch eine Zweckbindungsfrist von zehn Jahren. Das heißt, innerhalb dieser Frist dürfen dort Flächen nicht versiegelt werden, um die Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen gewährleisten zu können. Im April 2014 wurde der neue Bürgerpark mit weiträumigen Wiesenflächen eingeweiht (wir berichteten).