Letzlingen l Ein Funke, in diesem Fall der einer kleinen Rauchbombe, genügt, um aus der Übung einen Ernstfall zu machen: Am 27. Juni brennt auf den Gefechtsübungsplatz mitten in der Heide die Heide. Am Ende hinterlassen die Flammen auf der knochentrockenen Fläche in der Größe von ungefähr 37 Fußballfeldern nur noch verbrannte Erde.

Doch die könnte möglicherweise von dem Feuer sogar profitiert haben: „Hinsichtlich des langfristigen Erhalts der Heide ist der Brand aufgrund seines verjüngenden Effekts für das Heidekraut aus ökologischer und landschaftspflegerischer Sicht als äußerst positiv zu bewerten“, betont Dominicus Gnielinski, ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Nachfrage. „Für die Heidepflege stellt das kontrollierte Brennen eine anerkannte Methode der Landschaftspflege dar und wird auf zahlreichen von der Bundeswehr genutzten Liegenschaften praktiziert.“ Rekultivierungsmaßnahmen seien daher nicht erforderlich. „Die nun jung aufwachsende Heide wird sich schnell wieder zu einem bedeutsamen Lebensraum entwickeln“, betont Gnielinski.

Geringer Schaden für die Tierwelt

Und auch der Schaden für die Tierwelt ist offenbar überschaubar. „Umfängliche Verluste in der Insektenfauna“ seien zwar sehr wahrscheinlich, räumt Gnielinski ein. Bei einer nach dem Brand erfolgten Begehung der Fläche durch Mitarbeiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Burg seien aber keine toten Vögel und Säugetiere gefunden worden.

Und auch Gelege von Vögeln seien nicht betroffen. Zwar sind Brachpieper, Heidelerche, Ziegenmelker, und Neuntöter in der Heide zu finden, allerdings seien die diesjährigen Bruten in der Region abgeschlossen.

Dem Brachpieper, der vegetationslosen Boden bevorzugt, komme der Flächenbrand sogar zupass, so Gnielinski.

Der Brand ging somit glimpflich für Flora und Fauna aus.

Keine Rechnung aus Gardelegen

Und auch weitere Kosten werden auf die Bundeswehr wohl nicht zukommen: Denn von der Stadt Gardelegen wird es keine Rechnung geben, betonte gestern Stadtwehrleiter Sven Rasch auf Nachfrage. Zwar waren Einsatzkräfte aus vier Ortswehren ausgerückt, um die Kollegen von der Berufsfeuerwehr auf dem Übungsplatz zu unterstützen. Da die Profis allerdings ebenfalls solche Amtshilfe leisten würden, werde man hier keine Kosten geltend machen, so Rasch.

Gnielinski betont schließlich auch noch einmal, dass die Bundeswehr absolut regelkonform gehandelt habe: „Das derzeit gültige Regelwerk sieht vor, dass in Abhängigkeit der Waldbrandgefährdungsstufen Abstimmungen zwischen dem Leiter der Bundeswehr-Feuerwehr und dem örtlich zuständigen Truppenübungsplatzkommandeur erfolgen.“ Das war auch in jenem Fall passiert. Übungen, unabhängig von einer Waldbrandgefährdungsstufe müssten aber nun einmal erfolgen, wenn der Auftrag der Bundeswehr, „zum Beispiel zur Vorbereitung eines Einsatzes zur Befreiung entführter deutscher Staatsangehöriger im Ausland“, sichergestellt werden soll.

„Wir sind aber natürlich nach dem Großbrand sensibilisiert und werden beim Einsatz der Pyrotechnik mit Augenmaß vorgehen“, versichert Hauptmann Alexander Helle. Nach einer dreiwöchigen Übungspause sind im Herbst wieder zahlreiche Übungen anberaumt.