Gardelegen l Einst stand hier die Burg Gardelegen – in Urkunden auch Isenschnibbe genannt, begründet im 10. Jahrhundert ab 1378 im Besitz der Familie von Alvensleben. 1784 wurde sie abgetragen, nobel ging es dort aber weiter zu. Anstelle der Burg errichtete man einen zweistöckigen Fachwerkbau im einfachen Landhausstil. Durch die Familie Bloch von Blottnitz wurde das Haus schließlich zu einem Schlösschen umgebaut. Der letzte adlige Besitzer soll Prinz Leopold zur Lippe gewesen sein, der es 1939 von der Familie Bloch von Blottwitz gekauft hatte. 1945 wurde er enteignet. Schloss Isenschnibbe wurde Sitz der russische Kommandantur, zu DDR-Zeiten beherbergte das Schloss eine Parteischule, und schließlich Verwaltungssitz der VEG Saatgut Isenschnibbe samt HO-Laden.

Der Prinz verzichtete nach der Wende auf einen Rückkauf des Schlosses. Die Treuhand versteigerte die Immobilie 2007 schließlich im Internet, samt dem 2,2 Hektar großen Park- und Waldgelände.

Der neue Besitzer des Schlosses Isenschnibbe, Harald Rothermel aus Laer bei Münster, träumte von einem neuen Konzept: Handwerkspensionäre sollten mietfrei wohnen und dafür an der der schrittweisen Sanierung des Schlosses mitwirken. Der Plan schlug zwar fehl, doch Rothermel war es schließlich, der bei der Stadt Fördermittel beantragte.

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Und die retteten dem dahinmodernden Schloss schließlich das Leben: Insgesamt 470 000 Euro Fördergeld aus dem Programm „Stadtumbau Ost – Aufwertung und Sicherungsmaßnahmen an historischen Gebäuden“ floss in die Sanierung. Dabei handelte es sich um eine hundertprozentige Landesförderung. Die Stadt reicht als Empfänger das Geld quasi nur weiter.

Hunderprozentige Landesförderung

Schwerpunkt ist die Hausschwammsanierung, mit der 2013 begonnen wurde, denn die dauerhaft eindringende Feuchtigkeit hatte zu Pilzbefall geführt, der die wertvollen hölzernen Wandvertäfelungen und Fachwerkkonstruktionen schon fast zerstört hatte. 2013 wird auch das Dach instand gesetzt. Besitzer Harald Rothermel hat indes nur noch kurz Freude daran: Er stirbt überraschend im November 2014.

Heute können Besucher sogar über die komplett sanierte Freitreppe in die Empfangshalle treten, die 2015 fertig wurde. Zuvor war diese stark einsturzgefährdet. 2016 folgen die Balkonsanierung und die Arbeiten zum Erhalt des Giebels.