Badel/Jeggeleben l „Wir leisten uns das einfach“, sagt Badels Ortsbürgermeisterin Christa Schulz und lächelt Ortschronistin Heike Banse (Foto) an. Die heute 54-Jährige ist seit nunmehr 17 Jahren damit beschäftigt, alles geschichtlich Relevante aus Badel und Thüritz, aber auch aus Jeggeleben, Mösenthin, Sallenthin und Zierau zusammenzutragen und in den extra dafür angeschafften Chronik-Büchern zu verewigen.

Aufwendige Arbeit

„Die haben damals richtig Geld gekostet“, erinnert sich Christa Schulz an die Zeit nach der Wende, als Vertreter über Land fuhren und die in Leder gebundenen Bände anboten. Die damals noch eigenständigen Gemeinden Badel und Jeggeleben griffen zu. Und sie beantragten anschließend Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), um die Chroniken überhaupt füllen zu können. Denn das ist eine aufwendige Arbeit.

Heike Banse weiß, wovon sie da spricht. Auch sie hat einst über eine ABM ihre Tätigkeit als Chronistin begonnen. Nach dem Auslaufen der Maßnahme war aber die Arbeit noch längst nicht beendet. Deshalb machte sie auf Bitten der Gemeinden weiter: geringfügig beschäftigt. Da die Kommunen aber sparen müssen, hat sich ihre Arbeitszeit in den vergangenen Jahren aber immer weiter reduziert. Inzwischen sind es nur noch vier Stunden im Monat. „Weniger darf es nicht werden. Sonst lohnt sich das wirklich nicht mehr, auch wenn mir die Arbeit großen Spaß macht“, sagt Heike Banse, die zwischen ihrem Wohnort Cheinitz und ihrem Arbeitsort Badel pendelt. Im dortigen Dorfgemeinschaftshaus ist extra ein Büro für sie eingerichet. Und dort wühlt sich die Chronistin, die von Beruf studierte Finanzökonomin ist, durch Stapel von Zeitungen. „Das sind meine eigenen“, betont sie. Aber es sei nun einmal so, dass dort aktuelle Geschehnisse, aber auch Todesfälle aus den Ortschaften dokumentiert seien. Heike Banse sammelt die Daten und erfasst sie dann im Computer. Schließlich können die ledernen Chronikbände nicht einfach mit Zeitungsschnipseln beklebt werden.

Unter Aufsicht Einsicht nehmen

Drei dieser Bände hat Heike Banse schon gefüllt – für jede der beiden Ortschaften, die die Arbeit der Chronistin aus ihren Brauchtumsmitteln, auch Budget genannt, bezahlen.

„Wir sind jedenfalls sehr froh, dass wir die Chronik damals nicht nach Kalbe gegeben haben“, sagt Christa Schulz. Andere Ortschaften hätten das gemacht – und hätten jetzt nicht mehr viel von den Aufzeichnungen, die im Archiv lagern würden. Aber wer aus der Badeler oder Jeggelebener Geschichte etwas sucht, wird fündig. Im Dorfgemeinschaftshaus kann unter Aufsicht Einsicht genommen werden.