Kalbe l Der Blumenladen Hesse an der Schulstraße in Kalbe verbucht ordentliche Resonanz. Die warmen Sonnenstrahlen tragen das Übrige dazu bei. „Jeder möchte nun mit Blumen etwas Frühling in Haus und Garten holen“, vermutet Floristin Kornelia Heydt. Viele holen sich auch Gemüsepflanzen, um diese bald ins Beet zu setzen. Auf das Einhalten der Abstandsregelungen achten die Kunden bereits von selbst. Das Geschäft in der Innenstadt ist gut besucht. Es sei zwar nicht so, dass sich die Kunden gegenseitig die Klinke in die Hand drücken würden, aber man könne durchaus zufrieden sein, so die Floristin.

Eher verhalten läuft es hingegen im Geschäft von Doris Frenzel an. Sie hat Porzellan und Haushaltswaren im Sortiment. „Aber es kommt kaum jemand. Die Leute haben jetzt anderes im Kopf, als Geschirr zu kaufen.“ Dennoch freut sich Frenzel, ihre Waren wieder anbieten zu dürfen. Die Postfiliale, die sie ebenfalls betreibt, konnte sie auch in den Wochen zuvor geöffnet lassen.

Unterschiede nicht gerecht

„Wir sind froh, dass wir wieder öffnen dürfen“, äußert sich auch Anke Mutschler. Bei ihr gibt es Uhren und Schmuck. Vor allem kommen momentan aber Kunden, die Reparaturleistungen wünschen. Für Uhrenmachermeister Dirk Dornblüth ändert sich in dieser Woche kaum etwas. „Wir haben ja kaum Kundenkontakt. Wir sind ein Werkstattbetrieb, vertreiben unsere Uhren weltweit“, betont er.

Ines Garz bietet Parfum und Kosmetikprodukte an. Die Öffnungszeiten ihres Ladens hat sie verkürzt. „Das ist ja nicht unser Hauptgeschäft“, erklärt sie. Das Hauptgeschäft ist das Kosmetikstudio. Doch Behandlungen darf sie noch immer nicht anbieten. Während Friseure ab 4. Mai wieder Kunden empfangen dürfen, ist der Termin der Wiederaufnahme der Arbeit für Kosmetikstudios noch offen. Für Garz ist dies nicht nachvollziehbar. „Haare, die wachsen, tun nicht weh, aber eingewachsene Fußnägel schon“, macht sie die Bedeutung ihrer Dienstleistung deutlich. Die unterschiedliche Bewertung empfinde sie als nicht gerechtfertigt.

Verkauf kontaktlos

Ebenso sieht es auch Sylke Franke. Die Kosmetikmeisterin hat schon etliche Termine zur Fußpflege für Mai in ihren Kalender eingetragen. „Viele warten schon darauf. Ich weiß aber noch gar nicht, ob ich dann überhaupt schon wieder arbeiten darf“, sagt sie. Wie Ines Garz hat sie in der Zwischenzeit etliche Kosmetikprodukte über Telefon- und Onlinenachfragen verkauft. Und das erfolgte komplett kontaktlos. Sylke Franke hing bestellte Ware in Tüten an die Türklinken der Kunden oder verschickte sie per Post. Die Bezahlung erfolgte per Überweisung. „Das hat alles prima geklappt“, sagt sie. Nun möchte sie aber endlich wieder Behandlungen an ihren Kunden ausführen dürfen.