Gardelegen l Strikte Hygiene- und Abstandsregeln, kleinere Lerngruppen, Schicht- und Wochenendbetrieb: Mit genau diesen Vorgaben und Empfehlungen kommen Schulträger sowie Pädagoginnen und Pädagogen in Zeiten der Corona-Pandemie vielerorts ins Schwitzen. Sonderschulen stellen die Hygiene- und Schutzmaßnahmen zum Beispiel vor eine kaum lösbare Aufgabe. Die Kinder und Jugendlichen gehören zur Risikogruppe und sind besonders gefährdet, im Fall einer Infektion schwer zu erkranken.

„Es fehlt in den Verordnungen des Bundes und der Länder ein Infektionsschutzkonzept für Sonderschulen“, erklärt die stellvertretende Leiterin, Doreen Weber. Trotzdem haben die Mitarbeiter der Einrichtung in den zurückliegenden Wochen alles daran gesetzt, die Schüler zu schützen. „Wir haben sofort nach Bekanntwerden des Corona-Virus Rücksprache mit dem Gesundheitsamt gehalten“, erklärte Weber. So wurden unter anderem die Klassen A und B auf lediglich vier Schüler begrenzt, damit ein Mindestabstand gewährleistet werden kann. Dabei wurde jedoch keine Auswahl getroffen, welche Schüler weiterhin unterrichtet werden. „Die Eltern konnten freiwillig darüber entscheiden, ob ihre Kinder, sofern sie zur Risikogruppe gehören, zur Schule gehen dürfen oder lieber zu Hause bleiben.“

Schülern Coronavirus erklären

In den ersten Wochen kamen demnach montags immer die Schüler der Klasse A und dienstags die Schüler der Klasse B. „Nach Pfingsten werden wir damit beginnen, dass in einer Woche die Schüler der Klasse A und in der darauf folgenden die Klasse-B-Schüler wöchentlich unterrichtet werden“, blickte Doreen Weber voraus. Betreut werden die Schüler, die zwischen 6 bis 19 Jahre alt sind, jeweils von einem Lehrer und einem Pädagogen. Diese begleiten die Schüler, die unter anderem auch nur einzeln und mit Aufsicht zur Toilette gehen dürfen, auch auf dem Pausenhof.

„Wir haben den Schülern, natürlich ihren Möglichkeiten entsprechend erklärt, worum es sich bei dem Coronavirus handelt und worauf sie unbedingt achten müssen. Sollten sie es nicht einhalten, was durchaus vorkommen kann, dann erklären wir es ihnen immer wieder in Ruhe“, schilderte Doreen Weber die momentane Situation. Dankbar sei sie dafür, dass auch die Eltern in den zurückliegenden Wochen mit den Kindern und jungen Erwachsenen ausführlich über das Thema gesprochen haben. Trotzdem habe man sich am Anfang, wie Weber erklärte, viele Gedanken über die Umsetzung der Verordnung gemacht. „Wir hatten Dienstberatungen, bei denen die Lehrer und Pädagogen belehrt worden sind und jeder seine Bedenken äußern und Vorschläge einbringen konnte“, so Weber. Unterstützt wurden sie in dieser schwierigen Situation auch vom Altmarkkreis Salzwedel.

Nur drei Kinder im Bulli

„Wir haben verschiedene Hilfsmittel wie Atemschutzmasken, zusätzliche Handschuhe, Desinfektionsmittel, Flächendesinfektion, Arbeitsschutzkittel und weitere Produkte gestellt bekommen, die wir täglich benötigen“, bilanzierte Doreen Weber. Um den Schutz der Schüler weiterhin zu gewährleisten, werden die Jungen und Mädchen auch in kleineren Gruppen zur Schule gebracht. „Die Schüler kommen morgens immer mit einem Bulli. Momentan sitzen anstatt sieben Kinder immer nur drei im Auto. Diese tragen während der Fahrt einen Mundschutz“, erläuterte Doreen Weber. Außerdem würden vor Abfahrt die Gesundheitsanzeichen der Kinder von dem jeweiligen Fahrer überprüft.

Sollte ein Kind beispielsweise über Husten und Fieber klagen, so müsse es zu Hause bleiben. Doreen Weber freue sich darüber, dass die Verordnungen an der Wander-Förderschule für Geistigbehinderte, sehr gut umgesetzt werden konnten. Der Zutritt für Außenstehende sei indes nicht erlaubt. „Wir müssen die Kinder, die wegen verschiedener Vorerkrankungen natürlich zur Risikogruppe gehören, bestmöglich schützen“, so Weber. Sie hofft, dass bald wieder Normalität in den Schulalltag einkehren kann.