Dannefeld l Eigentlich sollte Architekt Hans-Gerhard Meyer vor zwei Jahren Putzarbeiten an der Kirche begleiten. Doch dabei bemerkte er, dass „viel mehr im Argen war. Die Ostseite des Turmes musste abgestützt werden, weil der Turm drohte, auf die Kirche zu stürzen“, erklärte er. Im November 2016 erfolgte die Notabstützung. Noch 2018 soll mit der Sanierung des Kirchturmes begonnen werden. Es ist der erste Bauabschnitt. Diesem soll in einem zweiten die Sanierung des Kirchenschiffes, das ebenfalls gefährdet ist, folgen.

Gesamtkosten bei 150.000 Euro

Zur Umsetzung der Sanierungspläne überreichte Volker Stephan, Ortskurator Stendal der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am Mittwoch Pfarrerin Cornelia Gerlitz einen Fördervertrag über 20.000 Euro. „Wir fördern gerne Denkmale. Wir können nicht genug für unsere Denkmale tun“, so Stephan.

Die Fördersumme werde komplett für die Turmsanierung draufgehen, erklärte Gerlitz. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 150.000 Euro. „Diese Summe haben wir nun zusammen“, so Gerlitz. Weitere Mittel kommen vom Kirchenkreis, von der Landeskirche, von der Kirchengemeinschaft und von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler. Auch die örtlichen Jagdgenossen gaben 1000 Euro dazu, wie Gerlitz mitteilte. Die Arbeiten werden kurzfristig beginnen, blickte Meyer voraus. Vorgesehen sei die Wiederherstellung des Fachwerkes im Turmbereich, wie Rainer Wellkisch, Baureferent des Kirchenkreises Salzwedel, informierte.

Statik soll wiederhergestellt werden

Vor circa 120 Jahren wurde die Westwand des Turmes als massiver Giebel gemauert. Mittlerweile steht der Giebel aber frei, und es besteht keine Verbindung zum Kirchenschiff mehr. Hinzu komme, dass mit dem Einbau der Orgel in die Kirche vor rund 120 Jahren die Empore entfernt wurde. Dies habe auf die Statik des Gebäudes negative Auswirkungen, so Wellkisch. Mit den Sanierungsmaßnahmen soll die Statik des Sakralbaus wieder hergestellt werden.

Bevor die Arbeiten beginnen, muss die Orgel noch ausgebaut werden. Wie Gerlitz versicherte, haben sich viele Leute Gedanken darüber gemacht, was mit der Orgel während der Bauphase passieren soll. Nun gebe es eine Lösung, so Gerlitz. Die Orgel wird abgebaut und bei Dannefeldern gelagert. Die Kirche Dannefeld gehört zu den mehr als 560 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale und der Rentenlotterie von Lotto, in Sachsen-Anhalt fördern konnte, teilt Ursula Schirmer von der Pressestelle der DSD mit.