Gardelegen l Nach umfangreichen Umbauarbeiten der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage der Deponie GmbH in Gardelegen erfolgte die offizielle Inbetriebnahme. Insgesamt 300.000 Euro investierte der Altmarkkreis Salzwedel in die neue Technik. Während eines Vor-Ort-Termins erläuterte Deponiechef Steffen Romatschke den Gästen, darunter Landrat Michael Ziche, Bürgermeisterin Mandy Zepig und Aufsichtsratsmitglieder der Deponie GmbH, die Verfahrensweise der Anlage.

„Die Abfälle werden mit einer bestimmten Menge Strukturmaterial in den Rottetunnel eingebracht und dort kompostiert“, sagte Romatschke. Wie er weiter erklärte, erfolge die Kompostierung zusammen mit einer Lufteintragung. Außerdem wird zusätzlich das Rottegut in regelmäßigen Abständen befeuchtet. Die dadurch entstehende Abluft müsse laut Bundesimmissionsschutzgesetz gereinigt werden, was in einer Abluftbehandlungsanlage passiert, die aus zwei Biofiltern besteht. In diesen durchströmt die Luft ein mit Mikroorganismen besetztes Filtermaterial, das die Geruchsstoffe abbaut. „Durch regelmäßige Kontrollen wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Reinhaltung eingehalten werden“, versicherte Romatschke.

Erste Arbeiten an der neuen Anlage begannen laut Romatschke bereits im Jahr 2013. Die Entscheidung des Landkreises im Jahr 2015 über die Umnutzung der Anlage mit einer Investitionssumme von 300.000 Euro ebnete der neuen Biokompostieranlage den Weg.

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„Daraufhin wurden Genehmigungsunterlagen eingereicht und die notwendigen Ausschreibungsunterlagen vorbereitet“, erklärte Steffen Romatschke. Im April dieses Jahres wurden dann die beiden Biofilter errichtet.

Keine Verbrennung des Biomülls

Einige Monate später, im Juni 2018, erfolgte auch schon die Bauabnahme. Seitdem lief die Anlage, die eine Gesamtkapazität von 22  500 Tonnen im Jahr hat, im Probebetrieb. Landrat Michael Ziche erklärte während des Termins den anwesenden Aufsichtsratsmitgliedern sowie Bürgermeisterin Mandy Zepig, dass er noch einen ganz wichtigen Nutzen in der Modernisierung der Anlage sieht. Nämlich den Naturschutz. Denn wo andere Landkreise auf die komplette Vernichtung durch Verbrennung setzen, wird im Altmarkkreis Salzwedel aus Biomüll erstklassiger Kompost und somit wieder ein wertvoller Rohstoff, der auf dem Gelände der Deponie käuflich erworben werden kann – von Hobbygärtnern und Landwirten.

„Das ist nicht nur clever, sondern vor allem eine sehr innovative Form der Abfallentsorgung“, betonte Michael Ziche.