Kalbe l „Leider können wir noch keine neuen Informationen zum Standort geben.“ So kurz und knapp antwortete die Edeka-Unternehmensgruppe in der vergangenen Woche zum wiederholten Mal auf eine Volksstimme-Anfrage bezüglich eines Markt-Neubaus in Kalbe. War bislang in der Bevölkerung – auch aufgrund dieser Antworten – davon ausgegangen worden, der Handelsriese könnte sich von dem Bauvorhaben in Kalbe zurückgezogen haben, so ist inzwischen bekannt, dass die Bauvoranfrage der Edeka vonseiten des Altmarkkreises Salzwedel negativ beschieden worden ist.

Demnach war diese für einen sogenannten „großflächigen Einzelhandelsbetrieb“ (ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern und einer Geschossfläche ab 1000 Quadratmetern) gestellt worden. „An dem beantragten Standort in Kalbe ist die Errichtung großflächiger Einzelhandelsbetriebe unzulässig, da sich diese gemäß Baugesetzbuch nicht in die Eigenart der näheren Umgebung hinsichtlich der Art und dem Maß der baulichen Nutzung einfügen“, informiert der Altmarkkreis dazu auf Nachfrage. Der geplante Edeka-Frischemarkt würde demnach eine Geschossfläche von 1446 beziehungsweise 1690 Quadratmetern aufweisen. Der NP-Markt, der am Karfreitag 2019 niedergebrannt war, war kleiner. Daneben befanden sich aber weitere Gewerbeflächen, zum Beispiel für einen Drogeriemarkt und Friseursalon.

Stadt hat Interesse an einem Markt

Zudem existieren gleich neben dem Markt-Standort neben Eigenheimen auch größere Gewerbeansiedlungen wie ein kreiseigenes Busunternehmen und sogar ein großer Produktionsbetrieb der Lebensmittelbranche. Daher werden zunehmend Stimmen laut, die die Entscheidung des Kreises in Frage stellen. Soll hier etwa eine Konkurrenzsituation zum nahen Klötze vermieden werden, dessen Einkaufsmöglichkeiten auch zahlreiche Menschen aus der Region Kalbe anlocken?

Die Stadt selbst hat laut Bürgermeister Karsten Ruth ein klares Interesse daran, dass die Brachfläche am Buchenweg wieder bebaut wird, aus optischen und aus Imagegründen, aber auch weil ein gewisses Warensortiment in Kalbe aktuell nur bedingt vorgehalten werden kann.

Lösungsansatz werde erarbeitet

Die Kommune steht deshalb in engem Kontakt mit der Edeka-Gruppe. „Wir arbeiten an einem neuen Lösungsansatz. Hierbei sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass dieser aus bauplanungsrechtlichen Gründen etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird“, so der Stadtchef weiter.

Trotz der Tatsache, dass es drei weitere Lebensmittelmärkte in der Kernstadt Kalbe gibt und einer sogar zur Edeka-Unternehmensgruppe gehört, sieht der Bürgermeister durchaus Potenzial für einen weiteren und deutlich größeren Einkaufsmarkt. Nicht zuletzt, weil es in der näheren Umgebung viele Kunden, auch mit eingeschränkter Mobilität, gibt, die ein solches Angebot dankbar annehmen würden, meint er. Und mit dem NP-Markt hatte es ja bis 2019 auch schon vier Lebensmittelmärkte am Standort Kalbe gegeben. Seit dieser Markt abgebrannt ist, wuchert die Fläche am Buchenweg immer mehr zu.