Sachbeschädigung

Ein Appell an die Vernunft

Schäden haben Unbekannte auf dem Gelände des Gardelegener Bürgerparkes verursacht - nicht zum ersten Mal.

Gardelegen (vs/td/ca) l Mit Ideen der Bürger für die Bürger wurde auf dem ehemals kontaminierten Gelände am Lausebach im Norden der Hansestadt ein Park entworfen. Tausende Euro sind seit 2019 in das Projekt geflossen, um das Gelände weiterzuentwickeln. Und dennoch gibt es immer wieder Fälle von Sachbeschädigungen. „Es wird von einigen einfach nicht wertgeschätzt, was dort für alle Altersgruppen investiert wurde“, kritisiert Dagmar Bauer, die in der Stadtverwaltung für den Grünbereich zuständig ist.

Jüngstes Beispiel: Zwischen Dienstagnachmittag und Mittwochmorgen wurden die Stützpfeiler des Volleyballfeldes herausgerissen und das Netz auf den Boden geworfen. Mitarbeiter der Stadt mussten die Pfeiler erneut einsetzen.

Auch im hinteren Bereich des Parkes gebe es wieder Probleme mit Schmierereien auf der Tischtennisplatte, berichtet Dagmar Bauer. Im vergangenen Jahr wurden Kinder ermittelt, die Sachbeschädigung an mehreren Bäumen begangen hatten. Das Verfahren läuft noch. Außerdem war das Bodentrampolin durch Kokelei beschädigt worden. Der Austausch des Materials ist inzwischen erfolgt.

Die Bedienungsanleitung der Fitnessgeräte ist inzwischen von Aufklebern übersät, ebenso einige Bänke. „Es geht immer wieder von Neuem los, wenn etwas gereinigt wurde“, so Bauer verärgert.

Problematisch ist die Situation auch an der Skateanlage, die als Sportanlage aufgrund der derzeit geltenden Eindämmungsverordnung in Sachsen-Anhalt gesperrt ist. Nahezu täglich verschaffen sich Jugendliche und Erwachsene dort unberechtigterweise Zugang durch den Bauzaun, indem die Schellen entfernt und häufig in den Graben geworfen werden. Jeden Tag aufs Neue muss der Bauzaun gesichert werden.

„Die Skateanlage ist geschlossen. Ich appelliere an die Vernunft aller, sich an die geltenden Regeln zu halten“, so Dagmar Bauer. Am Wochenende befanden sich bis zu 15 Personen auf der Anlage. Der Zaun war zuvor wieder aufgebrochen worden.

Trotz der derzeit geltenden Einschränkung für die Skateanlage ist der Park ein wahres Freizeitkleinod mit Fitnessgeräten, dem Bodentrampolin, der Boulebahn, dem Basketballplatz und der Hundewiese. Und er wird von den Gardelegenern und Gästen an schönen Tagen stark frequentiert.

„Wir können nur hoffen, dass aufmerksame Bürger Bescheid geben, wenn sie Zerstörungen oder Schmierereien beobachten“, sagt Dagmar Bauer. Außerdem werde konsequent bei allen Vorfällen Anzeige bei der Polizei erstattet, so auch im Fall der Sachbeschädigung am Volleyballfeld.

Zum Konzept der Weiterentwicklung des Bürgerparkes gehört auch die noch laufende Umgestaltung der Beete im vorderen Bereich, wofür sich 2020 sofort Paten gefunden hatten, die bei der Pflege unterstützen.

Der Bürgerpark war im April 2014 für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Insgesamt 1,43 Millionen Euro kostete das Projekt. Die Stadt zahlte 400 000 Euro aus Eigenmitteln. Durch Fördergeld von Land, Bund und EU konnte das Areal mit brachliegenden Lagerhallen beräumt und kontaminierter Boden ausgetauscht werden.

Der Park mit direkter Verbindung zum Wall über den Gulliverspielplatz ist das Ergebnis eines umfangreichen Renaturierungs- und Umgestaltungsprojektes auf dem Gelände des ehemaligen Agrochemischen Zentrums (ACZ) am Burgwall. Begonnen hatten die Arbeiten Anfang 2012 mit dem Abbruch der alten Betonhallen, insgesamt elf Gebäude und Bürokomplexe, darunter die ehemalige Zoohandlung und der Landhandel. Unter anderem 40 000 Kubikmeter umbauter Raum, 10 000 Quadratmeter Dacheindeckung aus Asbest, 450 Kubikmeter bauliche Anlagen aus Beton und Stahlbeton im Erdreich (Fundamente) und viel Müll wurden entsorgt.

Dass die alte Brache renaturiert werden konnte, verdankte die Stadt dem Umstand, dass durch die Erschließung des Industriegebietes Ost I umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erforderlich waren. Zur Umsetzung der Maßnahmen konnte die Stadt das ACZ-Gelände nutzen. Ein Potsdamer Landschaftsarchitekturbüro hatte dann die Planungen übernommen, die öffentlich vorgestellt wurden.

Kernpunkt des Bürgerparkes sind großzügige Wiesenbereiche, auf denen Anpflanzungen angeordnet sind. Einziges Relikt aus der Vergangenheit, um an die Geschichte des Gebietes zu erinnern: die alte Beleuchtung. Darüber hinaus gibt es verschiedene Sitzgruppen in der Sonne und unter schattigen Bäumen. Eine Allee führt die Besucher vom Wall bis zum Schloss Isenschnibbe. Im hinteren Bereich nahe des Schlosses sind Wälle aufgeschüttet worden, bestückt mit einigen Spielgeräten. Angelegt wurde auch eine Kunsteisbahnfläche. Später kamen weitere Highlights hinzu, zuletzt wurde die Skateanlage eröffnet.