Luthäne l Das Schloss am Tor war aufgebrochen. Ein Fenster war offen. Fußabdrücke im Haus – Klaus K. erlebte nach der Rückkehr vom Elternbesuch in einem anderen Bundesland eine böse Überraschung. Diebe hatten sich seine Abwesenheit zunutze gemacht und waren in sein Wohnhaus, das einsam und abgelegen mitten im Wald von Luthäne (bei Hottendorf, Altmarkkreis Salzwedel) liegt, eingebrochen. Zielsicher wurde die Diebesbeute ausgewählt, denn Klaus K. ist von Beruf nachrichtentechnischer Gerätemechaniker, sammelt seit seiner Jugend historische Rundfunk- und Fernsehtechnik samt Zubehör und speziellem Werkzeug und repariert diese Geräte im Auftrag von Kunden aus ganz Deutschland. Das ganze Haus steht voll damit, abgedeckt mit Zeitungspapier als Staubschutz.

Was sich im Haus befindet, müssen die Täter gewusst haben, ist Klaus K. überzeugt. Gestohlen wurde unter anderem ein umfangreicher Werkzeugbestand, Prüftechnik und auch ein Tesla 4002A-Fernseher aus dem Jahr 1953, etwa 50 Kilogramm schwer.

Mülltonne und drei Paar Deichmann-Schuhe weg

Darüber hinaus fehlen aber auch eine 100-Liter-Mülltonne mit der Aufschrift Bickmeyer, drei Paar Deichmann-Schuhe, ungetragen, Größe 44, noch im Karton verpackt, ein Schubkarrenrad von Repo, eine neue Astschere Lux von Obi und zwei Brennholzbügelsägen mit der Aufschrift Külbs und Richard, benannt nach der Herkunft. „Eine habe ich im Kaufhaus Külbs gekauft, und eine habe ich von einem Bekannten bekommen, der hieß Richard“, erzählt der Mann. Gestohlen wurde zudem eine Coon-tec-Fahrradlenkertasche.

Die habe für ihn einen hohen ideellen Wert, denn es handele sich um eine Tasche der Marke Eigenbau mit einer dynamobetriebenen Musikanlage. „Unwiederbringlich“, so Klaus K., denn er sei mittlerweile aus Umwelt- und Klimaschutzgründen zum Autogegner geworden. Er fahre fast nur noch mit dem Rad, auch längere Strecken. Alles in allem würden Gegenstände im Wert von etwa 10 000 Euro fehlen. Alles hat Klaus K. säuberlich aufgelistet bis ins kleinste Detail.

Kein normaler Einbruch

Er wohnt seit elf Jahren in Luthäne, und zwar auch ganz bewusst quasi in der Einöde, weil ihn der „Lärm nervt“, erzählt der eingefleischte Junggeselle, wie sich Klaus K. selbst bezeichnet. Eingebrochen wurde in sein abgelegenes Haus allerdings zum ersten Mal. „Da ist ganz gezielt vorgegangen worden. Das war kein normaler Einbruch. Man wollte mich außer Betrieb setzen. Für mich war das eine Art Anschlag“, ist Klaus K. überzeugt. Denn nur wenige Menschen wüssten, wo er wohne. „Ich habe diesen Standort geheim gehalten“, erzählt der Mann. Und außerdem: „Normale Einbrecher stehlen Geld und Schmuck, aber nicht so was.“ Für ihn sei das Ganze jedenfalls sehr ärgerlich, denn der ideelle Wert seiner Sammlerstücke sei hoch. „Die alte Technik ist nämlich viel besser als der neue Kram. Früher wurde auf Qualität gesetzt, da gab es nicht nur so‘n Plastekram wie heute, wo es nur noch um Konsum und Geld geht“, weiß Klaus K..

Einen Verdacht habe er allerdings nicht. Wohl aber habe er bei der Polizei Anzeige erstattet. Und eine Prämie von 6000 Euro ausgelobt, falls es gelingen sollte, die gestohlenen Gegenstände wieder aufzufinden, etwa bei online-Verkaufsbörsen im Internet. Wer Hinweise geben kann oder etwas über den Verbleib der Gegenstände weiß, könne sich bei der Polizei in Gardelegen unter 03907/72 40 melden. Das habe er mit der Polizei abgesprochen.