Kalbe l Wie geht man mit einer Familie um, die gerade ihr jüngstes Kind verloren hat? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Jeder auf seine Art. Und so einfach war es dann eben auch am Sonnabend. So unterschiedlich wie die Menschen selbst, waren ihre Reaktionen: Manche nahmen Elias‘ Eltern nur ganz leise in den Arm, weil ihnen die Worte fehlten, andere wünschten ihnen Kraft, einige weinten mit ihnen zusammen, wieder andere hielten ein bisschen Abstand. Und es war gut, so wie es war. Am 30. Oktober war Elias Kühnast kurz nach seinem dritten Geburtstag nach monatelangem Kampf gegen einen bösartigen Hirntumor für immer eingeschlafen. „Bei uns zu Hause, zwischen uns beiden“, sagt sein Papa, Michael Blume-Kühnast, ganz leise. Und auch wenn alle wussten, dass es geschehen wird: „Man ist nie vorbereitet. Wir hätten ihn so gern noch ein bisschen behalten...“

In aller Stille, nur im engsten Kreis, wurde der kleine Elias beerdigt. Das war vor gut einem Monat. Den Abstand brauchten alle in der Familie. „Jeder muss nun auf seine eigene Art damit fertig werden, dass er nicht mehr da ist“, erinnert sein Papa. Eine Sache indes habe allen bis jetzt noch am Herzen gelegen: „Wir wollten uns unbedingt bei allen bedanken, die für uns da waren. Und wir wollen ihn auch so verabschieden, wie er war. So fröhlich eben.“ Deshalb, sagt Elias‘ Papa, habe die Familie diese Regenbogenfeier organisiert. Und sie kamen alle: Große und Kleine, die Erzieher aus der Kita, Nachbarn, alte und neue Freunde. Über Aushänge und über die Volksstimme hatten sie von dem Fest erfahren.

Olaf der Schneemann

Sogar Mitglieder vom Verein Elb-Emotion aus Magdeburg sind dabei. „Wir haben vor ein paar Monaten durch Zufall von Elias gehört“, erzählt Vereinschef Denny Zenker, selbst Papa eines kranken Kindes. Und nach einem Besuch in der Onkologie im Krankenhaus Magdeburg hatten die jungen Vereinsmitglieder den Kontakt zu Elias‘ Familie aufrecht erhalten - auch nach Elias‘ Tod. Die Regenbogenfeier sei übrigens eine gute Idee, lobten die Magdeburger. Deshalb hatten sie auch ein kleines Geschenk für alle Kinder dabei: Denny Zenker und seine Vereinskollegen verwandelten sich abwechselnd in Olaf den Schneemann und mischten sich unters kleine Volk. Am Stand des Awo-Jugendclubs Kroko konnten die Kinder außerdem basteln, und sogar ein Tattoostand wartete auf die jüngsten Besucher. Es gab Kaffee und Kuchen. Und natürlich war auch Lachen erlaubt. Denn das Leben geht weiter. Jeden Tag. Auch für die Familie des kleinen Elias. Weihnachten wird wohl noch mal besonders schwer, vermutet Michael Blume-Kühnast. Dann wird die ganze Familie, zu der sieben weitere Kinder gehören, aber zusammen sein und sicher ganz viel von Elias erzählen. Das Buch, das am Sonnabend auf einem kleinen Tisch neben einem fröhlichen Bild von Elias lag, wird dann sicher auch immer wieder herumgehen. Denn viele Besucher schrieben dort am Sonnabend etwas für die Familie ein.

Auch Lea Schönberg aus Kalbe und Benjamin Schuler aus Bismark. „Wir kannten Elias nicht persönlich, aber wir haben von ihm gehört, und er hat uns sehr leid getan“, sagen die beiden jungen Leute. Sicher tröstet auch das Elias‘ Familie ein kleines Stück in der kommenden schweren Zeit.