Jeggau l Bestimmt 70 Jahre hat es in Jeggau aktive Fußballmannschaften gegeben, erzählt André Schmidt vom Vorstand des Jeggauer Turn- und Sportvereines, kurz TSV Jeggau. Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss. Im 92. Jahr seines Bestehens sei „nach vielen emotionalen und intensiven Gesprächen zwischen den Spielern und dem Vereinsvorstand“ die Entscheidung gefallen, für die aktuelle Saison keine Fußballmannschaft zu melden.

„Wir mussten uns leider eingestehen, dass wir als kleiner Verein vom Dorfe den ständig wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden können“, schreibt Schmidt in einer Pressemitteilung. Der bürokratische Aufwand werde immer größer. Zudem sei es zunehmend komplizierter geworden, aktive Spieler als Schiedsrichter abzustellen. Und wenn ein Verein das nicht leisten könne, würden Geldstrafen verhängt.

Spieler fehlen

Ein Hauptgrund für die Entscheidung sei aber die personelle Situation gewesen. „Wir haben nicht mehr genügend Spieler, da viele von unserer Mannschaft weggezogen sind“, erläutert Schmidt. Etliche Jeggauer würden zumeist aus beruflichen Gründen heute in Großstädten wie Braunschweig oder Dresden leben.

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Das letzte Spiel hat die Herrenmannschaft des TSV Jeggau zum Saisonende am 2. Juni bestritten. 17 Spieler gehörten zur aktiven Mannschaft. Dazu gehörte auch André Schmidt, der zugleich als Schatzmeister im Vereinsvorstand aktiv ist.

„Wir möchten uns bei den Spielern bedanken, die uns über die Jahre hinweg begleitet haben. Danken möchten wir auch unseren Fans, unseren vielen freiwilligen Helfern, die unzählige Stunden bei Arbeitseinsätzen oder Veranstaltungen geleistet haben“, betont Schmidt im Volksstimme-Gespräch. Ein großer Dank gelte auch den Sponsoren.

Wie groß die Chancen für einen Neuanfang im Bereich Fußball stehen, sei derzeit noch nicht abzuschätzen. In der Region gebe es zwar viele Kinder. „Aber in der nächsten Zeit wird da wohl eher nicht viel passieren“, ist Schmidt überzeugt.

Der Verein selbst soll allerdings weiter aktiv im Dorf arbeiten, damit traditionelle Veranstaltungen, wie das Weihnachtsbaumverbrennen, das Osterfeuer oder die Grünkohlwanderung, weiter stattfinden können.

Traditionsveranstaltungen sollen erhalten ble

„Und wer sagt uns eigentlich, dass unser TSV Jeggau nur als Fußballmannschaft bestehen kann“, stellt Schmidt in den Raum. Denkbar sei es auch, völlig neue Sportfelder zu erschließen, etwa Darts, Volleyball, Laufgruppen, Kindersport oder Wandergruppen.

Der Verein hat etwa 70 Mitglieder. Neue Interessenten seien willkommen. Und vielleicht, so Schmidt, hat der eine oder andere noch gute Ideen für neue Angebote. Ansprechpartner sind unter anderem Klaus Reinhardt, Thomas Ritzmann oder André Schmidt.

Der zweite Verein im Dorf ist der Fasslomverein. „Wir teilen uns die Veranstaltungen. Für das erste Halbjahr sind wir zuständig, das zweite Halbjahr übernimmt dann der Fasslomverein“, so Schmidt.