Gardelegen l Sie kommen aus Köln, Hildesheim und der fränkischen Schweiz, um eine Atmosphäre zu erleben, die die großen Szenefestivals eben nicht bieten können: die Besucher des Metal Frenzy-Festivals. „Es ist familiär hier“, erklärt Felix Baumann aus Hildesheim. „Hier kennt jeder jeden, das hat man auf den großen Veranstaltungen nicht.“

Bei vielen der Besucher hat sich dieser Eindruck eingeprägt, wie der Veranstalter Robert Röttger bestätigt. „Das Metal Frenzy ist ein kleines Festival, mit super kurzen Wegen, einem guten Programm und einer Organisation, die einfach stimmt. Das schätzen die Leute.“ Gerade diese Organisation, aber auch der Aufbau des Festivals bedeutet Arbeit, die ohne die Unterstützung der Familie nicht zu bewältigen wäre, so der 27-jährige Gardeleger. Hier packt jeder an - von der Tante bis zum Bruder.

Mit dem Vorverkauf ist Röttger zufrieden. „Ich rechne, wie in den vergangenen Jahren, mit rund 1000 Besuchern. Wie die Tagestickets angenommen werden, wird sich erst in diesen Tagen zeigen.“ Erstmalig werden in diesem Jahr Tagestickets an der Abendkasse angeboten. „Ich hoffe, dass das noch einen Effekt hat und den ein oder anderen dazu bewegt, auch vorbeizuschauen.“ Damit spricht Röttger insbesondere das Publikum aus der Umgebung an, denn das Festival ist, wie der begeisterte Musikfan betont, in erster Linie für die Region gedacht.

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Auftakt kostenlos

So war der Auftakt der Veranstaltung auch kostelos für alle Besucher. „Die Idee dahinter ist, dass wir alle einladen wollten, gerade auch Anwohner und Leute aus der Umgebung. Ich hoffe, dass so die letzten Hemmungen beseitigt werden, sie vorbeikommen und feststellen: ‚Hey, die Leute hier sind ja ganz in Ordnung.‘“ Im Schnitt sind von den Festivalbesuchern rund ein Viertel bis ein Fünftel aus der Region, schätzt Röttger. „Der Großteil der Besucher nimmt einen weiteren Anreiseweg auf sich.“

So auch Hannes und Petra Merz, die eine fünfstündige Fahrt von Ebermannstadt in der fränkischen Schweiz auf sich genommen haben, um das Metal Frenzy zu besuchen. „Wir sind schon zum dritten Mal hier. Dass wir das erste Frenzy besucht haben, war eigentlich ein Zufall.“

Geburtstag auf dem Festival gefeiert

Der 56-jährige erinnert sich: „Ich hatte damals Urlaub und wollte die Band Six Feet Under sehen. Und da haben wir beschlossen, einfach herzufahren. Dann hat es uns so gut gefallen, dass wir seitdem jedes Jahr herkommen und vor und nach dem Festival noch ein paar Städte aus der Region anschauen“, erklärt Merz, der am Mittwochabend seinen Geburtstag auf dem Festival verbrachte. „Wir besuchen einige Festivals aus der Szene, aber die Stimmung hier ist eben doch eine ganz besondere.“

Hinzu kommen die hochkarätigen Bands, die auch in diesem Jahr wieder auf der Bühne am Gardeleger Erlebnisbad auftreten. Ob Napalm Death, Overkill oder Dark Tranquillity – viele der Gruppen haben einen etablierten Ruf in der Szene und spielen bei anderen Festivals vor mehreren Tausend Gästen. „Overkill zum Beispiel sind in diesem Monat in Frankreich und Belgien auf Festivals und treten vor bis zu 100 000 Fans auf. Und jetzt spielen sie eben beim Metal Frenzy in Gardelegen“, freut sich Röttger.

Metal Frenzy schon lange kein Geheimtipp mehr

Um solche Bands für die Veranstaltung zu gewinnen, seien zwei Dinge essentiell: „Die Finanzierung muss stimmen und der Zeitpunkt.“ Doch das kleine Festival hat sich langsam einen eigenen Ruf erarbeitet. „Wir haben auch schon Anfragen von Bands selbst bekommen, die gern auf dem Festival auftreten möchten.“ Mehr als 30 Bands werden in den kommenden Tagen auf dem Festival gegenüber dem Gardeleger Erlebnisbad spielen. „Bisher hat alles gut geklappt und wir sind guter Dinge, dass in den kommenden Tagen noch ein paar Besucher hinzukommen“, so Röttger.