Kalbe l Mit 143 aktiven Kameraden auf zirka 2500 Einwohner im Zugbereich Kalbe gehört nur jeder 20. Einwohner einer Feuerwehr an. Zahlen, mit denen Ramón Rulff, Ortswehrleiter von Kalbe, während der Jahreshauptversammlung verdeutlichte, dass es an der Zeit ist, dass sich wieder mehr Menschen für die Arbeit in einer Feuerwehr interessieren müssen.

„Wahrscheinlich müssen die Bürger es demnächst hinnehmen, dass wir am Tage keinen sicheren Brandschutz mehr gewährleisten können und sie dann selbst aktiv bei der Brandbekämpfung mitwirken müssen“, fasste es Rulff zusammen.

Tageseinsatzbereitschaft mit weiteren Wehren

Derzeit verfüge die Kalbenser Ortsfeuerwehr über 67 aktive Mitglieder. „Von diesen Kameraden stehen uns statistisch gesehen am Tage nur 14 für die Vielzahl der Einsatzgeschehen zur Verfügung“, bilanzierte der Chef. Dabei sei diese Zahl so flexibel wie ein Gummiband: „In der Realität können 20 Kameraden am Gerätehaus stehen, aber unter bestimmten Bedingungen auch nur sechs“, so Ramón Rulff weiter.

Dabei könne die Tageseinsatzbereitschaft nur mithilfe von sechs weiteren Kameraden aus fünf verschiedenen Wehren gewährleistet werden. Trotzdem sei er glücklich darüber, so Rulff, dass überhaupt noch die Einsatzbereitschaft gewährleistet werden könne. „Seit vielen Jahren entfallen 60 bis 80 Prozent aller Einsätze auf eine Tageszeit zwischen 6 und 18 Uhr.“

Lob an alle Kameraden für ihren Einsatz

„Das macht deutlich, dass wir unweigerlich eine starke Einsatzbereitschaft in der Ortsfeuerwehr Kalbe aufweisen müssen, da wir als zentrale Stützpunktwehr die anderen Kameraden in den Ortschaften der Gemeinde am Tage unterstützen müssen“, erklärte Rulff.

Als positives Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit aller Wehren und Löschgruppen innerhalb der Stadtwehr sehr gut funktioniere, nannte Rulff das Osterwochenende 2019. Da wurden die Kameraden zu insgesamt acht Einsätzen alarmiert. „So stand der NP-Markt in Kalbe im Vollbrand. Außerdem wurden wir zu einem Lagerbrand einer Tischlerfirma nach Klötze alarmiert“, so Rulff. Diese Brände hätten zwei Dinge vor Augen geführt: „Zum einen, dass es selbst in Kalbe jederzeit zu einem Ereignis kommen kann, bei dem schnell eine Vielzahl von Personen gefährdet sein kann. Zum anderen hat es mir gezeigt, dass wir trotz vieler personeller Einschnitte und vieler Probleme der Vergangenheit positiv in die Zukunft sehen können. Mit Stolz können wir von uns behaupten, dass wir das, was wir machen, gemeinschaftlich gut machen“, lobte Ramón Rulff jede einzelne Einsatzkraft der Ortsfeuerwehr Kalbe sowie der Feuerwehren und Löschgruppen innerhalb des Zugbereiches Kalbe, den er ebenfalls verantwortet.