Gardelegen l Seit vielen Jahren setzen sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Wiepke für die Nachwuchsgewinnung ein, um junge Menschen für die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr zu begeistern – mit Erfolg.

„Momentan haben wir 19 Kinder und 16 Jugendliche bei uns“, bilanzierte Ortswehrleiter und Ortschaftsrat Uwe Schlonsak am 6. Juli im Feuerwehrgerätehauses des Dorfes. Dort trafen sich die Mitglieder des Wiepker Ortschaftsrates. Eingeladen waren unter anderem auch Bürgermeisterin Mandy Schumacher, Isolde Niebuhr, Fachbereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung, Bauamtsleiter Ottmar Wiesel sowie Stadtwehrleiter Sven Rasch.

„Unser Ziel ist es, heute einen ersten Ansatz für eine mögliche Umgestaltung des Feuerwehrgerätehauses zu besprechen“, erklärte Ortsbürgermeister Michael Becker. Er und Uwe Schlonsak machten auf die Notwendigkeit eines Umbaus aufmerksam. Derzeit könnten die Dienste der Kinder- und Jugendwehr sowie der aktiven Kameraden zwar noch problemlos stattfinden. Allerdings fehle es an Platz im jetzigen Domizil.

Außerdem sei das Gebäude in die Jahre gekommen. „Das Büro ist für unsere Dienste einfach zu klein“, fasste Uwe Schlonsak zusammen, der bereits über Möglichkeiten für einen Umbau nachgedacht hatte. Denkbar wäre eine Erweiterung des Gerätehauses um weitere fünf Meter. Auch ein Container könnte eine Lösung sein, um zusätzlich Platz zu schaffen, so Schlonsak.

Diese Ideen wären jedoch nicht realisierbar, betonten unisono Sven Rasch und Ottmar Wiesel. Man sei bereits zweimal in Wiepke gewesen, um Umbau- und Erweiterungsvarianten zu prüfen.

Nicht von jetzt auf gleich

„Dabei hatten wir auch selbst einige Ideen, die aber auch nicht umsetzbar sind, da es der jetzige Standort nicht her gibt“, erläuterte Rasch. Von daher bleibe, wie bereits in Estedt und Solpke, in Wiepke nur ein Weg: der Bau eines neuen Gerätehauses, so Rasch. Dieses mögliche Vorhaben müsse jedoch zunächst in die Brandschutzbedarfsplanung aufgenommen und auch durch den Stadtrat abgesegnet werden. Diese Wege müssten zunächst geebnet werden, damit ein neues Gerätehaus gebaut werden kann, so Sven Rasch.

Als Standort käme eine Fläche hinter dem jetzigen Spielplatz des Dorfes in Frage. „Dort befinden sich noch Baugrundstücke, die der Stadt gehören“, so Rasch.

Dort könnte ein modernes, dem heutigen Standard entsprechendes Gerätehaus mit Fahrzeughalle, Umkleidekabinen, einem Sanitärtrakt und einem Versammlungsraum entstehen, der dann nach Absprache auch von den Dorfbewohnern genutzt werden könnte.

Grundlage sollen die Planungen für das neue Estedter Feuerwehrgerätehaus an der Straße zum Bahnhof nahe der Ortsdurchfahrt der B 71 sein. Dort sollen die Bauarbeiten im März 2021 beginnen. Die Kosten sind mit knapp einer Million Euro veranschlagt. Der gleiche Bautyp soll dann auch danach in Solpke und in Wiepke entstehen (Volksstimme berichtete).

„Das kann jedoch nicht von jetzt auf gleich passieren“, betonte Rasch. Er reagierte damit auf eine entsprechende Anfrage von Wiepkes Ortsbürgermeister Michael Becker. Mit einem Baubeginn könne man frühestens 2022 rechnen, sofern zuvor alle Formalitäten, auch die Fördermittelfrage, geklärt wären.