Miesterhorst l Die Freiwillige Feuerwehr Miesterhorst sagt Ja zum diesjährigen Feuerwehrjubiläum aber auch ganz klar Nein zu einem großen Volksfest. Das machte Wehrleiter Torsten Pilzecker während der Jahreshauptversammlung am Sonnabendabend deutlich.

Die Miesterhorster Feuerwehr wurde 1929 gegründet. In diesem Jahr begeht die Wehr also ihr 90-jähriges Bestehen. Das möchten die Kameraden auch gern mit befreundeten Feuerwehren und mit Einwohnern und Gästen feiern.

Feier am zweiten Augustwochenende

Lange blieb aber offen, in welchem Rahmen dies erfolgen sollte. Denn eines ist Fakt: „In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Teilnehmer bei unseren Volksfesten kontinuierlich weniger geworden“, brachte es Pilzecker auf den Punkt. Um Anregungen zu erhalten, was bei der Ausführung der Feste besser oder anders erfolgen sollte, wollte die Feuerwehr die Dorfbewohner mit ins Boot holen. „Deshalb haben wir im Ort Fragebögen verteilt.“

Pilzecker und die Kameraden erhofften sich, Antwort darauf zu erhalten, wie die Feste attraktiver gestaltet werden können. Dies war aber nicht der Fall. „Wir haben gerade einmal zwölf Prozent unserer verteilten Fragebögen zurückbekommen“, so der Wehrleiter. Auf vielen dieser Zettel sei lediglich vermerkt worden, ob der Beantworter mit seiner Familie zum Fest kommen würde oder nicht. „Kaum einer teilte neue Ideen mit.“

Lediglich zwölf Einwohner schrieben Ideen auf. Aber auch davon sei vieles nicht umzusetzen, so der Miesterhorster. So wurden Vorschläge gemacht, eine Band zu holen, ein qualitativ hochwertiges Programm oder ein besonderes Essen anzubieten. Aber ohne die Gewissheit, dass zu der Veranstaltung auch genügend Besucher kommen, sei die Umsetzung dieser Ideen ein finanzielles Risiko für den Veranstalter. Eine weitere Idee war ein Dorfklub, wie es ihn schon zu DDR-Zeiten gab, aus dem heraus verschiedenen Veranstaltungen angeboten werden. Ein Einwohner hatte zwar keine Ideen, brachte die Situation aber genau auf den Punkt. Er schrieb: „Die Jungen ziehen weg, die Alten sterben weg und das Mittelalter sitzt im Hamsterrad des Alltagsstress fest.“

Die Auswertung der Fragebögen brachte für die Feuerwehr schließlich das Fazit: „Es besteht kein Interesse an einem Volksfest.“ Sang- und klanglos möchte Pilzecker das Feuerwehrjubiläum aber auch nicht verstreichen lassen. „Wir werden das Jubiläum feiern, aber in einem kleinen Kreis.“

Und das soll am zweiten Augustwochenende geschehen. Pilzecker kann sich vorstellen, dass es am Sonnabend, 10. August, einen Tag der offenen Tür geben wird. Dann wird alle Technik,. die im Gerätehaus zu finden ist, ausgestellt. Die Technik wird auch im Einsatz zusehen sein, wie die Wehr verspricht. Und am Abend kann im Gerätehaus getanzt werden. Für Sonntag, 11. August, ist ein Frühschoppen geplant.

Aus etwas Kleinem kann Großes entstehen

Pilzecker hofft, dass sich auch andere Vereine des Ortes an diesem Wochenende einbinden werden. Vielleicht könne es dann so werden, wie mit dem Miesterhorster Weihnachtsmarkt. Dieser habe klein angefangen und ist mittlerweile „zu etwas Großem geworden“.