Jävenitz l Das genaue Datum, wann sich die Feuerwehrmänner in Jävenitz zusammenschlossen, ist nicht mehr ersichtlich, wie es in der Chronik , die anlässlich des 100-jährigen Bestehens erschienen ist, heißt.  Der Beschluss der Satzung erfolgte jedoch am 25. Dezember 1898. Da der erste Weihnachtstag ein Feiertag war, wurde der 28. Dezember 1898 als offizieller Gründungstag anerkannt, heißt es in der Chronik weiter.

Die Satzung besagte, dass alle Bürger des Ortes der Feuerwehr beitreten mussten, wenn nicht als aktive, dann als passive Mitglieder. Insgesamt wurden so 125 passive Mitglieder gezählt. Sie entrichteten ein sogenanntes Eintrittsgeld von 50 Pfennig und für jedes weitere Quartal 30 Pfennig. Das war damals viel Geld. Schließlich kostete ein Bier seinerzeit 10 Pfennig. Eigens zur Gründung wurden Uniformen gekauft. Dazu lieh sich die Wehr 65 Mark vom Gesangverein. 1902 konnte die geliehene Summe dem Verein wieder zurückgezahlt werden. Für 886,50 Mark wurde außerdem eine Handdruckspritze angeschafft.

Geld vom Gesangverein geliehen

Wer im Ort Pferde besaß, musste damals bei Feueralarm Spanndienste leisten, also seine Pferde den Wasserwagen ziehen lassen. In den 1920-er Jahren wurde auf Anregung der Feuerwehr eine zentrale Wasserleitung für den Ort gebaut. Bei Feueralarm ertönte das Signalhorn. Später wurde dazu eine handbetriebene Leier betätigt. Laut Volksstimme-Bericht vom 3. Juli 1957 erhielt der Ort eine Sirene. „Dies ist ein großer Vorteil, weil sich der Ort in seiner Gesamtheit und in seinen strukturellen Ausmaßen vergrößert hat", heißt es dazu in der Chronik

In den 1930-er Jahren besorgte sich die Jävenitzer Wehr eine Motorpumpe mit Transportanhänger. Ein Militärfahrzeug wurde  zum Zug- und Mannschaftswagen umgebaut. 1982 erhielt die Feuerwehr ein modernes Löschfahrzeug mit Schlauchanhänger. 1990 wurde der Wehr ein Tanklöschfahrzeug von der Feuerwehr Kalbe übergeben. Zur 700-Jahr-Feier  erhielt die Truppe 1991 einen Mannschaftstransportwagen. Fünf Jahre später gab es einen Einsatzleitwagen. Anlässlich der 100-Jahr-Feier 1998 kaufte sich die Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug 16/25. 2001 kam ein Löschfahrzeug 8/6 hinzu, wie Wehrleiter Sven Kozisnik berichtet. Das erste Gerätehaus wurde 1961 errichtet. Dazu wurden Steine der abgerissenen Flockenfabrik genutzt. Dieses Gebäude bot später allerdings nicht ausreichend Platz für die notwendige Löschtechnik. So wurde ein neues Gerätehaus gebaut, das am 30. November 1996 eingeweiht wurde.

1996 neues Gerätehaus gebaut

Die Jävenitzer Wehr kann auch auf größere Brandereignisse zurückblicken. So halfen die Kameraden  beispielsweise am 28. April 1900 beim Löschen eines Brandes in Gardelegen. Dort standen Scheune und Stall des Ackerbürgers Lenz in Flammen. Rasch konnte der Einsatz dort beendet werden.

Auf große Brandereignisse kann die Jävenitzer Wehr zurückblicken. So halfen die Kameraden beispielsweise am 28. April 1900 beim Löschen des Brandes in Gardelegen. Dort standen Scheune und Stall des Ackerbürgers Lenz in Flammen. Rasch konnte der Einsatz dort beendet werden.

Schulbrand war großes Ereignis im Dorf

Nicht so glimpflich ging ein Brand vom 15. Mai 1900 aus. Nahe Zienau stand der Wald in Flammen. Innerhalb von drei Stunden verbrannten 500 Morgen Kiefernschonung. Auch die Wehren aus Gardelegen und Kloster Neuendorf sowie sämtliche Holzhauer und Helfer beteiligten sich an den Löscharbeiten. Leider gab es bei diesem Brand auch einen Toten zu beklagen. Ein Feuerwehrmann erlitt zudem schwere Verbrennungen an Händen und Gesicht.

Zu den größten Einsätzen in der jüngsten Zeit zählte Andreas Kuschfeldt, stellvertretender Wehrleiter, den Großbrand bei Frapa Plast in Gardelegen im vorigen Jahr und den Brand der Jävenitzer Schule 2009. „Das war hier in Jävenitz ein sehr großes Ereignis. Da reden die Leute heute noch drüber. Ausgegangen ist das damals von einer brennenden Papiertonne. Der ganze Trakt ist abgebrannt", so Kuschfeldt. Aber auch beim Elbehochwasser 2013 waren Jävenitzer Kameraden im Einsatz.