Wiepke l „Toughest Firefighter Alive – Härtester Feuerwehrmann des Lebens“ – das trifft wohl auch auf Uwe Schlonsak aus Wiepke zu. Denn der 46-Jährige zeigte am vorigen Wochenende in Berlin eine großartige Leistung und ist damit in der Hansestadt Gardelegen der erste, der diesen wohl härtesten physischen Feuerwehrwettkampf bestritten hat. Er nahm an der Fire Fighter Combat Challenge in Berlin teil. Feuerwehrleute kennen fast alle diesen sportlichen Wettkampf und wissen, was man dort leisten muss.

Dieser Wettkampf kommt aus den USA. Dabei wird ein Einsatz simuliert – vom Anfang mit dem Transport des Schlauches zur Einsatzstelle, bis zum Schluss mit der Menschenrettung – und das durchgehend mit angeschlossener Atemschutzmaske. Rund 30 Kilogramm Ausrüstung zusätzlich.

Viele Jahre im Einsatzdienst „Du spinn

„Jeder, der da durchläuft, ist ein Held“, sagte Schlonsak, der seit vielen Jahren im Einsatzdienst steht und Ortswehrleiter in Wiepke ist. Er opfert jede freie Minute seiner Arbeit im Brandschutz. Doch mit dieser sportlichen Herausforderung hat er sich nicht nur selbst bewiesen, dass er so etwas meistern kann, sondern auch vielen Freunden und Bekannten, vor allem aus den Reihen der Feuerwehren. Diese hätten ihm zuvor aber erst einmal sprichwörtlich den Vogel gezeigt. „Du spinnst doch Schlonsak, haben viele zu mir gesagt“, erzählte der Wiepker lachend.

Am Dienstag feierte er seinen 46. Geburtstag. Und dabei ließ er den Wettkampf noch einmal Revue passieren – noch immer sichtlich begeistert und beeindruckt. „Für mich war wichtig, dass ich es schaffe“, sagte er. Und er hat es geschafft. Es sei eine tolle Atmosphäre gewesen mitten in Berlin am Potsdamer Platz. Direkt dort war das Gerüst aufgebaut.

Sportliche Herausforderung

„Ich war relativ ruhig, als ich an den Start ging“, erinnerte sich der Wiepker. Seine Frau Saskia allerdings sei zu dem Zeitpunkt fix und fertig gewesen. „Blutdruck brauchte man bei mir nicht zu messen“, sagte sie schmunzelnd. Sie begleitete ihren Mann nach Berlin, um ihn zusammen mit den Freunden, Anja Fröhlich, Gritt und Marco Schiemann, kräftig anzufeuern.

Dann fiel das Signal, und Schlonsak lief los. Mit einem 19 Kilogramm schweren Schlauchpaket in der Hand, ging es einen zwölf Meter hohen Turm nach oben – unter schwerem Atemschutz. Oben angekommen wurde das Schlauchpaket abgelegt und ein anderes, an einer Leine befestigtes Schlauchpaket musste hochgezogen werden. Dann ging es den Turm wieder hinunter. „Und dabei muss man auf einiges achten“, erklärte der 46- Jährige. Denn eine Hand müsse immer am Handlauf bleiben und jede Stufe müsse genommen werden. „Sonst gibt es Strafpunkte.“ Unten angekommen, mussten die Teilnehmer mit einem Vorschlaghammer ein rund 72 Kilogramm schweres Gewicht um 1,50 Meter mit kurzen, gezielten Schlägen verschieben. Als nächstes musste eine zirka 42,5 Meter lange Slalomstrecke absolviert werden. Am Ende dieser Strecke war ein mit Wasser gefüllter Schlauch 23 Meter auszuziehen, um damit auf eine Zielscheibe zu spritzen. Und dann folgt noch einmal ein richtiger Kraftakt. „Da musste ich doch mal kurz innehalten“, räumte Schlonsak ein. Ein 80 Kilogramm schwerer Dummy musste hochgehievt werden.

In 3,27 Minuten Aufgaben erfüllt

Auf dem Video, das Freunde aufgenommen hatten, waren Anfeuerungsrufe zu hören. „Ich habe in diesem Moment gar nichts gehört. Ich war voll konzentriert“, erinnerte sich Schlonsak. Er meisterte auch diese Herausforderung. Das Ergebnis am Ende: 3,27 Minuten und damit Platz 206 von 237. In seiner Altersklasse war er der 15. von 17.

Ursprünglich habe er allerdings an einem ganz anderen Wettkampf teilnehmen wollen, und zwar am Berliner Stair Run im Mai. Es sei ihm allerdings nicht gelungen, einen der 400 begehrten Startplätze zu ergattern. „Aber da hatte ich schon fünf Monate lang trainiert, und das sollte doch nicht umsonst gewesen sein“, erzählte Schlonsak.

Nächstes Mal weitere Kameraden dabei

Da kam ihm die Fire Fighter Combat Challenge gerade recht. Und so wurde das harte Training noch ausgebaut. Täglich fuhr er Fahrrad, ging laufen oder schwimmen. Unterstützt wurde er dabei von seinen Kameraden Lars Skeide, Thomas Schulz und Werner Berlin. Zu diesen Trainingsmaßnahmen kam das Schleppen von Sandsäcken. Treckerreifen wurden einen Berg hoch und runter geworfen.

Das Training hat sich gelohnt. Und es soll weitergehen. Denn er möchte wieder dabei sein. Dann wollen weitere Kameraden aus der Hansestadt Gardelegen teilnehmen – als Team TFA (Toughest Firefighter Alive) Team Altmark. Dazu gehören auch die beiden Kalbenser Kameraden Matthias Lemm und Felix Berndt, die bereits in Geiselwind Erfahrungen bei diesem Wettkampf machen konnten. Beim Wettkampf in Berlin konnte Schlonsak auch in einer Staffel antreten. Männer und Frauen aus dem niedersächsischen Lehre, Partnergemeinde von Jävenitz, holten ihn ins Team. „Eine tolle Erfahrung. Es war einfach nur geil.“