Gardelegen l „Eine gute wirtschaftliche Entwicklung und attraktive Lebensbedingungen auch in ländlichen Räumen sind ein wichtiges Ziel der Arbeit der Landesregierung“, betonte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nach der Kabinettssitzung vor Pressevertretern. Das zeige sich auch im Altmarkkreis Salzwedel in vielen Bereichen. Ein Schwerpunkt sei dabei die Digitalisierung. „Der Altmarkkreis ist auf dem Weg zur Smart Region“, so Haseloff. Der Breitbandausbau durch den Zweckverband Breitband Altmark werde mit 64 Millionen Euro gefördert. 40 Millionen Euro kämen vom Bund und 24,5 Millionen Euro vom Land als EU-Mittel.

Rund 15 Millionen Euro seien seit 2011 für die Städtebau- und Wohnraumförderung zur Verfügung gestellt worden. Aus den verschiedenen Programmen der Städtebauförderung hätten Kommunen des Kreises etwa 12,7 Millionen Euro erhalten. Ein Beispiel sei das Pilotprojekt des Landes für demografisches Bauen im Gardeleger Wohngebiet Schlüsselkorb. Dort wird derzeit ein alter DDR-Plattenbau komplett saniert. Darüber hinaus habe das Land in den vergangenen sieben Jahren mit mehr als drei Millionen Euro die Sanierung und Modernisierung von 121 Wohnungen finanziell unterstützt.

Investiert wurde und wird auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Im kommenden Jahr soll die Ortsdurchfahrt der Landesstraße 20 in Dannefeld grundhaft saniert werden. Die Investitionskosten dafür belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Acht Vorhaben im Zuge von Bundesstraßen im Altmarkkreis Salzwedel seien Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes 2030, drei davon im vordringlichen Bedarf. Seit Oktober des vorigen Jahres werde eine Ortsumfahrung für Oebisfelde gebaut. Für die Ortsumfahrung Estedt würden derzeit die Planungen laufen.

Zuschüsse für Arbeit und Soziales

Hohe Zuschüsse gebe es auch für die Integration in den Arbeitsmarkt. Der Altmarkkreis Salzwedel und die Stadt Gardelegen seien in den vergangenen Jahren mit vielen Maßnahmen in den Bereichen Arbeit, Soziales und Integration unterstützt worden. Ein besonderer Schwerpunkt lag und liegt bei der Arbeitsmarktförderung, so Haseloff. Landesweit werden bis 2020 mehr als 300 Millionen Euro eingesetzt.

Der Altmarkkreis Salzwedel sei zudem ein „Paradies für Naturliebhaber“, betonte Haseloff. Die Zahl der Übernachtungen sei in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel gestiegen. Zu verzeichnen sei ein Plus von 26,5 Prozent. Bei den Tagestouristen gebe es ein Plus von 36,7 Prozent. Besonders beliebt sei die Region bei Besuchern, die „malerische Natur“ suchen und dabei selbst aktiv sein wollen, vor allem bei Radfahrern, Wanderern und Reitern.

Öffentliches Beteiligungsverfahren

Zunehmender Beliebtheit erfreue sich dabei auch der Naturpark Drömling, der als Biosphärenreservat Drömling ausgewiesen werden soll. „Die UNESCO-Anerkennung ist auf der Zielgeraden“, so Haseloff. Im Mai dieses Jahres seien mit Niedersachsen die Rahmenbedingungen abgestimmt worden. In Sachsen-Anhalt soll noch in diesem Monat das „öffentliche Beteiligungsverfahren an der Verordnung über das Biosphärenreservat Drömling“ eingeleitet werden. Im Ergebnis des Verfahrens stehe das Biosphärenreservat. Im kommenden Jahr wollen dann beide Bundesländer – Sachsen-Anhalt und Niedersachsen – bei der UNESCO die Anerkennung beantragen. Bürger, Kommunen und Landnutzer sollen dabei einbezogen werden.