Gardelegen l Wer ihn kennt, der weiß: Er hat ihn einfach, diesen Blick für gute Fotos. Es sind immer die besonderen Momente, die er festhält, wenn er auf den Auslöser seiner Kamera drückt – manchmal die ganz offiziellen, zuweilen aber auch mal die ganz unerwarteten ... Helmut Friedrich fängt die Menschen ein mit seinen Fotos, manchmal sogar, wenn sie gar nicht damit rechnen. Das Ergebnis ist dann oft überraschend, aber immer Hingucker.

Und das gilt genau so für seine zweite Leidenschaft. Denn neben den Menschen rückt Friedrich auch seine Stadt gern ins rechte Licht. Und auch hier entdeckt der langjährige Journalist immer wieder das Besondere im Alltäglichen, findet Anblicke, Ausblicke und Überblicke, die andere erst auf den zweiten Blick entdecken. Zwei erfolgreiche Bildbände über Gardelegen beweisen es. „Nun soll dem 1996 erschienen Buch „Gardelegen im Strom der Zeit - 800 Augenblicke“ und dem Blick in „Die alte Hansestadt“ von 2011 ein drittes folgen. Und diesmal sind es wohl vor allem die besonderen Blickwinkel, mit denen er die Gardeleger überraschen wird.

Derzeit stellt Helmut Friedrich sein jüngstes „Baby“ am PC zusammen. Kurz vor Weihnachten soll es dann zur Welt kommen, das lange geplante Wunschkind. Seit Oktober des vergangenen Jahres hat Friedrich nämlich endlich Zeit dafür. Da hatte der Herausgeber des Stadtspiegel sein Unternehmen an Tochter Jana übertragen. Und seither wächst und gedeiht sein Buch, in dem sich diesmal Menschen und Mauern wiederfinden werden. Oft auch beides zusammen.

So zum Beispiel die Innenstadtgeschäfte und ihre Inhaber. Eine Idee, die er hatte, als sein zweites Buch mit den historischen Fotos so gut ankam: „Mich haben viele Leute angerufen, die sich gefreut haben, weil sie manches noch von früher kannten“, erzählt Friedrich. Viele Fragen, zum Beispiel die nach den Inhabern der Läden, habe er aber auch nicht beantworten können.

Und deshalb wird das neue Buch nun diese Chronistenpflicht erfüllen: „Wenn die Leute in 50 Jahren nachschauen, werden sie wissen, was hier damals in der Stadt los war.“

Und das gilt natürlich nicht nur für den Stadtkern. Auch ganze Straßenzüge und Einzelgebäude im gesamten Stadtgebiet hat Friedrich für sein Buch abgelichtet. Dazu kommen Landschaftsimpressionen rund um die Stadt, auch im Hinblick auf die verschiedenen Jahreszeiten.

In einem weiteren Kapitel geht es auf einen fotografischen Wallspaziergang. Mitten hinein also in die grüne Lunge der Stadt. Zudem lenkt er den Blick auf Details, wie besondere Türen, und er zieht mit seinen Lesern wortwörtlich um die Häuser. Und zwar direkt dahinter: „Man glaubt nämlich gar nicht, was für tolle Hinterhöfe es mitten in Gardelegen gibt.“

Keine Angst im Dunkeln

Und offenbar hat Helmut Friedrich auch keine Angst im Dunkeln. Denn auch zahlreiche Nachtaufnahmen werden in seinem neuen Buch Platz haben – der hochempfindlichen Digitalfotografie sei Dank.

Apropos: Von den Möglichkeiten, die die moderne Technik bietet, kann der Profifotograf ohnehin nicht genug bekommen. Sein jüngstes Hobby, die Panoramafotografie, wird deshalb selbstverständlich auch ins neue Buch einziehen und dem Betrachter Perspektiven eröffnen – ebenso wie die geplanten Drohnenbilder –, die er mit eigenen Augen nicht sehen kann.

Jahrzehnte auf einen Blick

Mithilfe der Technik und besonderer Fotomontagen werden schließlich sogar Jahrzehnte in einem Blick übersprungen: Alte Reportagefotos sollen mithilfe von Spezialprogrammen mit dem aktuellen Aufnahmeort verschmelzen.

Ganz besonders freuen dürfen sich die Gardeleger aber wohl auf die Rubrik „Leute, Leute“. Denn seine Mitmenschen in unerwarteten Momenten abzulichten, macht Helmut Friedrichs einfach zu viel Spaß. Und so wird „ein großer Teil“ seines neuen Buches von besonderen „Stadtbegegnungen“ erzählen, mit einigen „leicht Prominenten“, aber auch mit „Zufallsbekanntschaften“.

Verraten wird natürlich noch nichts. Aber so wie Friedrichs Augen bei diesem Thema anfangen zu blitzen, wird sicher es spannend.

Angst haben, muss aber selbstverständlich niemand: „Ich frage die Leute natürlich vorher. Und die meisten reagieren absolut cool.“

Helmut Friedrichs Buch „Gardelegen – Die Roland-und Hansestadt in Bildern“ wird ab Anfang Dezember in den örtlichen Buchläden, in der Tourist-Information und im Büro des Stadtspiegels erhältlich sein.