Gardelegen l Eindringlich hatten Sabine Rönnefahrt, Vorsitzende des Vereins Frauen- und Kinderhaus Salzwedel, und Mitarbeiterin Uschi Binde im Dezember im Sozialausschuss um mehr Unterstützung aus Gardelegen bei der Finanzierung des Salzwedeler Frauenhauses geworben. Nun sieht eine Beschlussvorlage vor, dass die Stadt die Einrichtung mit deutlich mehr Geld als bisher unterstützt.

Die Finanzierung des Hauses war zwischenzeitlich in Gefahr, weil die Stadt Salzwedel wegen finanzieller Engpässe ihren Zuschüsse für diese freiwillige Leistung erheblich reduzieren wollte. Nun gibt es eine Finanzierungsvereinbarung mit insgesamt sieben Beteiligten: Altmarkkreis Salzwedel, Hansestadt Salzwedel, Hansestadt Gardelegen, Arendsee, Kalbe, Klötze und die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. Diese sieben Finanzierer werden nun pro Jahr 20 Cent je Einwohner zahlen. So lautet das Beratungsergebnis der Bürgermeister des Altmarkkreises mit dem Landrat.

20 Cent Pro Einwohner

Nun gibt es eine Finanzierungsvereinbarung mit insgesamt sieben Beteiligten: Altmarkkreis Salzwedel, Hansestadt Salzwedel, Hansestadt Gardelegen, Arendsee, Kalbe, Klötze und die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. Diese sieben Finanzierer werden nun pro Jahr 20 Cent je Einwohner zahlen. So lautet das Beratungsergebnis der Bürgermeister des Altmarkkreises mit dem Landrat.

Mit diesem Vorschlag wird sich am Dienstag, 13. Juni, der Sozialausschuss befassen, ehe der Gardeleger Stadtrat am 26. Juni darüber entscheidet. Für die Stadt würde das eine Summe von rund 4600 Euro pro Jahr bedeuten – deutlich mehr als bisher. In den vergangenen Jahren erhielt die Einrichtung – die einzige in dieser Form im Altmarkkreis – jeweils 650 Euro aus den städtischen Zuschüssen für Vereine. Bei Zustimmung der Finanzierungsvereinbarung durch den Stadtrat würde dieser Zuschuss entfallen. Auch andere Städte – außer Salzwedel (15 000 Euro) – unterstützten die Einrichtung bisher nur mit Beträgen im dreistelligen Bereich.

Im Frauen- und Kinderhaus in Salzwedel ist Platz für vier Schutz suchende Frauen mit ihren Kindern. Aus Gardelegen wurden 2014 vier Frauen und drei Kinder aufgenommen, 2015 vier Frauen und acht Kinder sowie im vergangenen Jahr drei Frauen und fünf Kinder.Durch die finanzielle Unterstützung des Kreises und der sechs Kommunen sollen Sach- und Personalkosten anteilig finanziert werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Bisher gebe es im Gardeleger Haushaltsplan 2017/18 noch keine Buchungstelle, diese sei nach Verabschiedung des Grundsatzbeschlusses anzulegen.

Platzbedarf ist enorm

Der Bedarf für die Einrichtung sei da, hatten Rönnefahrt und Binde im Dezember betont. Allein 2016 konnten 16 Frauen nicht aufgenommen werden. Im Schnitt bleiben die Frauen 56 bis 60 Tage, in seltenen Fällen auch länger. Die zwei Mitarbeiterinnen – zwei 30-Stunden-Kräfte – versuchen in dieser Zeit den Frauen bei der Neuorganisation ihres Lebens zu helfen: bei der Wohnungssuche, Beschaffung von Papieren. Denn viele haben nichts dabei, wenn sie ihr Zuhause bei der Flucht vor gewalttätigen Ehemännern und Partnern verlassen. Die Mitarbeiterinnen leisten auch Beratungs- und Präventionsarbeit.