Kalbe l „Die Bedingungen hier sind super. Ich habe tolle Unterstützung erhalten“, lobt Dennis Krahmer und meint damit vor allem die Verantwortlichen der Fußballsektion des VfL Kalbe. Die haben nämlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit der Profi, der auch schon beim Fußballclub St. Pauli in Hamburg gearbeitet hat, die erste Fußballschule in der Milde-Stadt anbieten konnte.

Am Montag ist sie in der städtischen Turnhalle eröffnet worden, bis einschließlich Freitag wird sie noch dauern. 20 Kinder, vorrangig Jungs, im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren machen mit. Und es seien längst nicht nur Nachwuchskicker aus Kalbe, sondern auch aus umliegenden Orten wie Gardelegen oder Beetzendorf dabei, sagt Dennis Krahmer. Hinzu komme, dass noch nicht jeder von ihnen in einem Verein spiele. Die Fußballschule sei ja auch dazu da herauszufinden, ob einem diese Freizeitbeschäftigung wirklich richtig gut liege.

Grundtechniken im Fokus

Das, was da am Montag in der Turnhalle gezeigt wird, schaut jedenfalls schon einmal gut aus. Aber der Fachmann sieht das natürlich anders, nämlich deutlich kritischer. Immer wieder mahnt er bei den Kindern an, sich voll zu fokussieren, Blickkontakt zum Mitspieler zu halten und auch die Stimme einzusetzen. „Wir legen hier sehr viel Wert auf Grundtechniken und auf die Pässe“, sagt Dennis Krahmer. „Aber wir konzentrieren uns auch auf den starken und den schwachen Fuß“, den ja nun einmal jeder Spieler habe. Hier richtig zu koordinieren, sei ein ganz entscheidender Faktor, der den Teilnehmern der Fußballschule aktuell vermittelt werde.

Alles, was sie vormittags lernen, können sie nachmittags bereits in unterschiedlichen Turnierformaten anwenden. Fünf Tage hintereinander. Denn für die Fußballschule werden die Winterferien genutzt. Und die Kinder sind richtig gut bei der Sache.

„Noch“, stellt Dennis Krahmer lächelnd fest. Denn seine Erfahrung zeige, dass die Teilnehmer gegen Ende der Fußballschule dann meist sehr platt seien. Denn ihnen werde doch einiges abverlangt, „wobei wir nach und nach die Gänge hochschrauben“, so der Trainer. Aber die Nachwuchskicker würden dabei lernen, „nicht nur durch Vorgaben, sondern vor allem durch eigenes Handeln zum Ziel zu kommen“, sagt Krahmer.

Rundum-Versorgung

Doch wie ist der Hamburger überhaupt auf Kalbe aufmerksam geworden? „Zuerst einmal“, so erzählt er, „bin ich nach Salzwedel gekommen, weil dort Freunde von mir hingezogen sind.“ Seit etwa drei Jahren gebe es dort nun schon eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Sportverein (SV) „Eintracht“. Und über diese Schiene seien dann auch Kontakte zum VfL Kalbe entstanden, dessen Fußballsektion sich sehr interessiert an dem Angebot von Thomas Krahmer gezeigt habe. Immerhin gibt es seit geraumer Zeit intensive Bemühungen, die Nachwuchsarbeit zu stärken und zu verhindern, dass vielversprechende Jungkicker in andere Vereine abwandern, weil sie dort bessere Chancen der Förderung erhalten.

Eine Talente-Liga, wie sie der SV „Eintracht“ ab 2020 plant, ist jedoch in der Milde-Stadt noch Zukunftsmusik. Betreut werden soll diese Liga künftig vom Salzwedeler Trainer Thomas Richter, der seinen Kollegen Dennis Krahmer auch in Kalbe tatkräftig unterstützt.

Aber natürlich gibt es in der Fußballschule auch immer mal wieder Pausen. So auch mittags. Und es wird sogar vor Ort für die Nachwuchskicker Essen zubereitet. „Auf zwei Herdplatten“, wie Gisela Brand lachend sagt. Sie ist nicht nur die Mutter des Chefs der Kalbenser Fußballsektion, Dennis Brand, sondern auch eine ausgezeichnete Köchin mit viele Ferienlager-Erfahrung.