Ausstellung

Galeriegeschoss unter dem Dach der Kirche in Ipse eingeweiht

Das Galeriegeschoss in der Ipser Dorfkirche auf der begehbaren Decke mit den historischen Deckenmalereien ist eröffnet worden. Die erste Ausstellung gestaltete dort Oksana Niemann aus Rochau.  Auch für sie war es ihre erste Präsentation.

Von Doreen Schulze
Gleich zwei Premieren unter dem Dach der Ipser Kirche: In der dort neu geschaffenen Galerie  fand die erste Ausstellung statt. Gezeigt wurden Bilder von Oksana Niemann  aus Rochau. Für die Hobbykünstlerin war es die erste Ausstellung überhaupt.  Unter anderem zeigte sie die Kirche Ipse (rechts).
Gleich zwei Premieren unter dem Dach der Ipser Kirche: In der dort neu geschaffenen Galerie fand die erste Ausstellung statt. Gezeigt wurden Bilder von Oksana Niemann aus Rochau. Für die Hobbykünstlerin war es die erste Ausstellung überhaupt. Unter anderem zeigte sie die Kirche Ipse (rechts). Foto: Doreen Schulze

Ipse - Die Treppe zur neu geschaffenen Galerie unter dem Dach  der kleinen Ipser Kirche ist schmal und nicht DIN-gerecht. Der Aufstieg hat sich für die Besucher aber gelohnt. Zwischen alten Holzbalken und Ziegelsteinen sind 36 Aquarelle aufgestellt. Sie alle zeigen Motive der Altmark. Schloss und Schlosskirche Letzlingen sind dort zu finden. Es folgen  das Gardelegener Rathaus während der Kirschblüte, Ansichten aus Werben, Tangermünde, Seehausen und nicht zuletzt reiht sich die Ipser Dorfkirche in den Reigen der Altmarkansichten ein.

Geschaffen hat diese Aquarelle Oksana Niemann. Die Hobbykünstlerin stammt  von der Halbinsel Krim. Seit 20 Jahren lebt sie in Rochau. „Gemalt habe ich schon von klein auf. Meine Mutter hat das beruflich gemacht. Bei ihren Ausstellungen war ich als Kind schon dabei“, erzählt sie. Nun, mit 46 Jahren, gibt sie ihre erste eigene Ausstellung. Eine doppelte Premiere also: die erste Ausstellung in der Galerie der Ipser Kirche und die erste der Künstlerin überhaupt.

Die Galerie wurde vom Verein Ipse Excitare in Form einer begehbaren Decke geschaffen. Diese Idee nahm ihren Anfang   bereits 2008, als historische bemalte Deckenbretter in der Ipser Dorfkirche wiederentdeckt wurden. Es stellte sich heraus, dass diese Deckenmalereien rund 500 Jahre alt sind. Für die Vereinsmitglieder war schnell klar, dass diese restauriert wieder einen Platz im Gotteshaus erhalten sollten.  Mithilfe von Fördergeld wurden diese wieder eingesetzt und gleichzeitig entstand eine begehbare Decke. So wurde ein zusätzlicher Raum unter dem Dach geschaffen, der nun als Galerie genutzt wird.

Nächste Schau am kommenden Wochenende

Seit sieben Monaten ist diese nun fertiggestellt.   Dass sie nach Lockerung der Corona-Beschränkungen endlich auch der Öffentlichkeit  gezeigt werden kann,  macht  den Vereinsvorsitzenden Tilo Mottschall „glücklich“, wie er beschreibt. Auch die historische Kirchendecke ist für viele Besucher erst seit Mitte Mai – an den Wochenenden gab es  die „Offene Kirche“ – anzuschauen.  Erfreut zeigte sich Mottschall  zur Galerie-Eröffnung über das große Interesse  der Gäste, die aus der ganzen Altmark kamen. Schon morgens zur Eröffnung standen die Ersten  vor der Kirchentür. 

Für den Ausstellungsbetrieb schaffte der Verein   15 Stative und 20 Bilderrahmen an, gefördert übers Leader-Programm. Den Antrag dazu stellte der Verein über den Mikrokulturfonds des Landesheimatbundes.

Und schon am kommenden Wochenende ist die nächste Ausstellung in der Galerie in Ipse angesagt. Dann stellt der Magdeburger Künstler Martin Müller seine Werke aus. Er zeigt einen Mix aus Foto und Retusche. Vor Ort wird er voraussichtlich aber nur am Sonnabend, 12. Juni, sein. Gern würde der Verein auch über das Wochenende hinaus, wenn die Ausstellung an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist, die Exponate zeigen. „Das Aufschließen der Kirche wäre kein Problem. Wir können aber nicht gewährleisten, dass die ganze Zeit jemand vor Ort ist“, so Mottschall.

Und es wird weitere Ausstellungen geben. Vorgesehen ist, dass während des Sommers jeden Monat eine Schau gezeigt wird, so Mottschall. Lesungen und Konzerte werden aufgrund der Corona-Pandemie erst einmal nicht geplant.

In der Ipser Kirche hat sich in den zurückliegenden Monaten viel getan.  Ans Ausruhen ist für den Verein Ipse Excitare aber noch lange nicht zu denken. In der Kirche laufen derzeit Messungen über den Feuchtigkeitsstand.  Auch dazu sollen Maßnahmen erfolgen. Dazu wurden Leader-Fördermittel beantragt.