Gardelegen

Ruth Franke aus dem Gardeleger Ortsteil Zienau schreibt seit Jahren Gedichte. Einige davon wurden bereits in der Volksstimme Gardelegen veröffentlicht. Ruth Frankes Themen sind oft Begebenheiten aus ihrem Alltag. Hier nun drei neue Werke der Hobbylyrikerin, die sie selbst so anmoderiert: "Drei Gedichte habe ich geschrieben, über Tiere, die wir lieben":

Über unsere Katzen

Unser Findelkind heißt Peter und ist ein Kater, ist total fixiert auf unserenVater. Täglich kann man die beiden sehen, durch den Ort spazieren gehen. Die Leute amüsieren sich, ist doch klar, wenn los stolziert das ungleiche Paar. Obwohl ich Peters Frauchen bin, hat er mit mir nicht viel im Sinn. Vor Jahren nahm ich ihn mal scharf ins Gericht, bis heute verzeiht er mir es nicht. Will ich ihn streicheln, fährt er die Krallen aus und haut zu, die Folge ist stets eine blutige Blessur. Ist Vater verhindert, nicht zu Haus, geht Peter mit seinem Freund Tommy aus dem Vorderhaus. Tommy ist ein junger Kater, um den er sich kümmert, als wäre er der Vater. Mit Sicherheit weiß ich es gewiss, dass es biologisch gar nicht möglich ist. Adoptieren, ja das wäre drin und auch bestimmt in Tommys Sinn. Ja, Tiere haben, mit ihnen leben, mir Freude und innere Ruhe geben.

Über unseren Vogel Willi

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ein Vogel soviel Freude macht. Es war genau von 18 Jahren, unsere Kinder wollten in Urlaub fahren. Wo aber hin mit ihrem Nymphensittich, dem sie den Namen Willi gaben, ach, den bringen wir zur Oma, die wird ihren Spaß mit ihm haben. Er war so scheu, flog vor Angst gegen die Wand, nach ein paar Tagen gut zureden, fraß er mir schon aus der Hand. Investierte Zeit, schenkte ihm viel Aufmerksamkeit und bemerkte bald, wie intelligent er ist und gescheit. Die Kinder kamen aus dem Urlaub, meine Tierpflege vorbei, muss gestehen, es war mir gar nicht einerlei. Musste ständig an das Tierchen denken, das den ganzen Tag nun in der Wohnung allein, mein Gedanke war, es würde bei mir doch viel besser aufgehoben sein. War erfreut, dass unsere Kinder der gleichen Ansicht waren, denn sie schenkten mir Willi vor 18 Jahren. Sogar das Sprechen brachte ich ihm bei, ja, mein Willi ein ganz besonderer Vogel sei.

Über unsere Ponys

Auf unserer Koppel drei Pony sind, Vater Pedro, Mutter Mausie und Charlie das Kind. Das erste Fohlen, das Mausie gebar, leider nicht lebensfähig war. Da ich meine Tiere sehr ins Herz geschlossen, habe ich viel Tränen darüber vergossen. Zwei Jahre später gebar Mausie ihr zweites Fohlen in der freien Natur, das munter war und von kräftiger Statur. Hören sie meine Stimme, muss ich in Deckung gehen, denn im Galopp sie bei Fuße stehen. Die kleine Familie ist sehr zahm, zufrieden und gesund, sogar Küsschen geben sie auf den Mund. Ließ meinen Kinderwunsch in Erfüllung gehen, mit diesen herrlichen Geschöpfen, die auf der Koppel stehen. Möchte sie nicht missen, geschweige hergeben, denn sie bereichern positiv mein Leben.