Gardelegen l Gardelegens Einwohner können beruhigt sein: Das sogenannte Toreinnehmerhäuschen am Salzwedeler Tor in Gardelegen wird nicht, wie einige Leser der Volksstimme befürchtet hatten, abgerissen. Das bestätigte die neue Besitzerin des Gebäudes (Name der Redaktion bekannt). Sie selbst sei in Gardelegen groß geworden und war stets von den zahlreichen Fachwerkhäusern fasziniert und begeistert. Das sei auch der Grund dafür gewesen, das kleine, historische Gebäude zu erwerben.

Einst, so heißt es auf einer Informationstafel am Gebäude, wurden alle Waren, die durch das Salzwedeler Tor ein- und ausgeführt worden waren, in dem Häuschen überprüft und der entsprechende Wegzoll bezahlt.

Doch warum musste das Gebäude fast vollständig demontiert werden? Es war Gefahr in Verzug. „Im Rahmen der Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und für die Vorbereitung der Sanierung wurde ein Holzschutzgutachten durch einen externen Fachmann erstellt“, informierte Sven Rühlmann, Inhaber der Altmark Architekten und Ingenieure GmbH aus Winterfeld, die für die Planung, Genehmigung und Bauüberwachung zuständig ist, im Volksstimme-Gespräch.

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Dabei seien umfangreiche Schäden in der Bausubstanz und in den Balken festgestellt und dokumentiert worden. „Da die Schäden sehr groß waren, wurde eine komplette Demontage und anschließende Wiedermontage des Gebäudes empfohlen“, so Rühlmann. Dies sei auch hilfreich, um die unzureichende Gründung und die starken Setzungen des Gebäudes durch eine neue Bodenplatte zu beheben, wie der Fachmann verdeutlichte.

Wie genau die Umsetzung des Wiederaufbaus erfolgen soll, steheh bereits fest. So sollen die demontierten Balken in der Werkstatt eines Zimmerers gelagert werden. Die zu sehr geschädigten Hölzer werden gegen neue ausgetauscht. „Wenig geschädigte Hölzer werden ganz oder in Teilen wiederverwendet und anschließend auf der neuen Bodenplatte des Fachwerkes vor Ort montiert“, erklärte der Architekt. Dabei soll unter anderem die Struktur und die äußere Erscheinung des Gebäudes berücksichtigt werden. „Wir haben sensibel darauf geachtet, Eingriffe in den Grundriss und die Fassade auf ein Minimum zu beschränken“, fasste es Rühlmann zusammen.

Feinheiten zum Material und zur Farbgebung sind im Zuge der Ausführung mit der Denkmalpflege noch abzustimmen, wie der Architekt erklärte. Der neue Anbau der auf dem Gelände des einstigen Toreinnehmerhäuschens wird modern sei. „Trotzdem nehmen die Holzfassade und die Schiebeläden vor dem Fenster aber Bezug zum traditionellen Bau auf“, betonte der Fachmann. Ziel sei demnach eine harmonische Einheit aus Alt und Neu. Diese Einheit wird dann im nächsten Jahr zu sehen sein. Dann soll das Gebäude fertiggestellt sein.