Gardelegen l Unzählige bunte Farbtupfer, darunter Kornblumen, Klatschmohn, Schafgarbe, wilder Phlox und Glockenblumen und 2000 Lilien in verschiedenen Farben – der Blühstreifen an der Kapelle St. Georg war ein Hingucker in diesem trockenen Sommer und Herbst. Pflegearm, ohne Wasser und Dünger entfaltete die Wiesenblumensaat mit den Lilien eine Blütenpracht, die sich sehen lassen konnte. Erst jetzt wird die Wiese gemäht – die Saat für das nächste Jahr liegt schon im Boden.

Ein Pilotprojekt der Garten- akademie, das im Rahmen der Neuanlage des mittelalterlichen Pflanzen- und Nutzgartens an der Kapelle gestartet worden war, war erfolgreich. „Der Effekt war ganz toll“, bilanzierte dann auch Projektleiterin Christa Ringkamp. Angeschlossen hatte sich diesem Projekt auch Hartmut Krüger, der vor seinem Familienunternehmen im Gewerbegebiet ebenfalls einen Blühstreifen anlegen ließ und jetzt auf der Suche nach weiteren Interessenten ist, die einen solchen Blühstreifen vor ihrem Firmengelände haben möchten. Bisher hätten sich schon vier Unternehmen dafür beworben, so Krüger.

Gemeindegartentag im Juni 2019

Dieses Projekt möchte die Gartenakademie nun gern ausweiten, nicht nur in Gardelegen, sondern auch in den Ortsteilen. Seit diesem Jahr laufe in sieben verschiedenen Orten in der Verbandsgemeinde Obere Aller das Modellprojekt. Ideengeber dafür war die Garten- akademie Niederösterreich, die auch die Aktion „Natur im Garten“ initiiert hatte. Nach dem Vorbild aus Niederösterreich seien die Blühstreifen angelegt worden. „Wir wollen damit eine ökologische Vielfalt in die Gemeinden bringen“, betonte Ringkamp. Das müssten nicht nur Blühstreifen an Straßen, Wegen oder auf Plätzen sein – die Fläche sei ganz egal – es könnten auch bepflanzte Streifen mit Obstgehölzen oder Stauden sein. Denn die könne man mit einer entsprechenden Sortenwahl an den Klimawandel anpassen. „Wir brauchen eine bunte Vielfalt für Mensch und Tier“, so Ringkamp. Dabei seien die Kosten überhaupt nicht exorbitant hoch. Die Anlage des Blühstreifens an der Kapelle St. Georg habe etwa 1000 Euro gekostet. Es gehe auch günstiger, denn es müssten ja schließlich nicht unbedingt 2000 Lilienknollen mit in die Erde. Das Thema werde auf jeden Fall im Mittelpunkt eines ersten grünen Gartengemeindetages stehen. Dieser Tag soll beim europaweiten Tag der Natur im Garten am letzten Juniwochenende 2019 ins Leben gerufen werden. Wo dieser Tag stattfinden wird, sei noch nicht entschieden. „Das kann in Gardelegen sein oder in einem anderen Ort“, so Ringkamp.

Wer schon vorher aktiv werden möchte – eventuell auch im Rahmen des Projektes Grüne Gemeinde – könne sich gern an die Gartenakademie wenden. „Es braucht dazu nur immer einen Motor vor Ort“, betonte Ringkamp. Das könnten Vereine, Ortschaftsräte oder andere Initiativen sein. „Denn Blumen verbinden“, so Ringkamp. Kontakt: Gartenakademie, Salzwedeler Torstraße 34, 03907/77 71 14 (mittwochs von 11 bis 15 Uhr), 0157/36 88 84 88, info@gartenakademie-sachsen-anhalt.de.