Kalbe l Viel zu tun, gibt es im Januar im Garten nicht. Wer aber schon vor dem Frühling frischen Schnittlauch ernten möchte oder bereits im Februar oder März selbstgezogene Maiglöckchen verschenken möchte, der kann nun Entsprechendes vorbereiten, berichtet Gartenexpertin Ruth Schwarzer. Ebenso sollten die Topfpflanzen im Winterquartier versorgt werden.

Der Schnittlauch aus dem Garten kann nun noch immer eingetopft werden. Er sollte allerdings an einen kühlen Ort, der nicht wärmer als zwölf Grad ist, gestellt werden. „Sonst verlaust die Pflanze“, schildert Schwarzer. So könne bald Schnittlauch frisch für den Verzehr genutzt werden. Ratsam ist es, Schnittlauch in mehrere Töpfe zu pflanzen. Diese sollten nach- einander abgeerntet werden, so wächst im ersten Topf wieder Schnittlauch nach.

Maiglöckchen zum Blühen bringen

Solange es noch nicht friert, können noch immer Maiglöckchen aus dem Garten geholt werden, um im Februar oder März als Blumengruß verschenkt zu werden. Die Pflanze wird ausgegraben und der dicke, kurze Blühkeim in einen Topf (im Durchmesser zehn bis zwölf Zentimeter groß) gepflanzt. Die übrigen Keime können wieder in die Erde gesetzt werden. Der Keim muss über der Erde bleiben. Sieben bis neun Pflanzen finden auf diese Weise in einem Topf Platz. Wer bereits im Herbst Maiglöckchen auf diese Weise in Töpfe gepflanzt hat, kann die Töpfe nun hereinholen. Bisher haben sie beispielsweise unter dem Carport überwintert. Die Wärme im Haus regt nun die Pflanzen zum Blühen an. Die Pflanzen können auch gestaffelt ins Haus geholt werden. So gibt es unterschiedliche Blühzeiten, so der Tipp von Ruth Schwarzer.

Im Januar sollten die Clematis geschnitten werden. Die Kalbenserin empfiehlt, dass großblumige Sorten nun 20 bis 30 Zentimeter über der Erde gestutzt werden. So verzweigen sich die Pflanzen besser und bauen sich wesentlich breiter und kräftiger auf. Die Blüte wird voller. Allerdings sollte die Pflanze nur beschnitten werden. Die abgeschnitten Ranken sollen noch nicht entfernt werden. Sie schützen im Winter die Jungtriebe. Zu Entfernen sind sie, wenn die Forsythien blühen, gibt Schwarzer als Faustregel mit.

Kübelpflanzen vor Kälte schütze

An Kübelpflanzen im Winterquartier sollte nun alles Trockene entfernt werden. „Ende des Monats beginnen wir mit dem Zurückschneiden. Und wir beginnen dann auch wieder mit dem Gießen“, so Schwarzer. Pflanzen, die draußen an einem geschützten Ort überwintern, können bei Bedarf zusätzlich mit Zeitungspapier noch stärker geschützt werden. Ein Bogen Zeitungspapier sorge für eine Erwärmung um zwei Grad. Diese Faustregel kann übrigens auch angewandt werden, wenn Pflanzen transportiert werden, zum Beispiel nach dem Kauf im Laden. Geranien, die vor dem Hereinholen im Herbst nicht zurückgeschnitten werden sollten, können nun einen Rückschnitt vertragen. Bislang schöpfte die Pflanze noch Kraft aus den Blättern.

Alpenveilchen können bis zu fünf Grad Minus standhalten. Wer sich über besonders viele Blüten dieser Pflanze erfreuen kann, der kann auch einige von ihnen für die Vase abschneiden. Dazu den Stiel etwa ein bis eineinhalb Zentimeter einschneiden. Mit ein bis drei Blättern dazu ergibt dies einen hübschen Tischschmuck.

Leckeres aus Birnen

Wenn die Amaryllis blüht, sollte das kleine gelbe Ende der Staubgefäße entfernt werden. Dadurch wird verhindert, dass sich die Pflanze selbst bestäubt, und die Blütezeit dauert länger an. Nach dem Verblühen darf der Stiel, an dem sich die Blüte befand, nicht abgeschnitten werden. Dies sollte erst getan werden, wenn dieser komplett trocken ist. Die Pflanze schöpft weiterhin Kraft aus diesem Stiel. Im Mai kann die Pflanze in den Garten gesetzt werden. Im September sollte sie aber wieder hereingeholt werden. Mit dem Gießen sollte begonnen werden, wenn sich die Blüte etwa fünf Zentimeter herausgeschoben hat.

Im Winter brauchen wir mehr Abwehrkräfte. Um diese zu uns zu nehmen, bietet der Garten viele Möglichkeiten. So können aus den in den zurückliegenden Monaten geernteten Früchten Speisen zubereitet werden. So können beispielsweise Birnen genutzt werden. Die Winterdechantsbirne ist eine hervorragende Tafelbirne, die sich zum Frischverzehr anbietet. Pflückreife ist Ende Oktober bis Anfang November. Genussreife ist von Ende Dezember bis Februar/März. Die Nordhäuser Winterforelle ist eine Winterspeisebirne und für Kompott oder zum Saftmachen geeignet. Pflückreife ist ab Anfang Oktober, Genussreife ist von Januar bis März. Madame Verté ist Mitte bis Ende Oktober zu pflücken. Die Genussreife ist Ende November bis Mitte Januar. Die Tafelbirne ist zum Frischverzehr geeignet. Sie kann aber auch eingekocht werden.