Jerchel l Die Kiefer ist eigentlich als sogenannter Pionierbaum ein wahrer Überlebenskünstler. Dank ihrer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit wächst sie an nahezu jedem Ort auf der nördlichen Erdhalbkugel. Gegen so manchen Schädling hat der Nadelbaum allerdings noch keinen Schutzmechanismus entwickelt. In der hiesigen Region, so erklärte es Luise Eichhorn, Revierförsterin im Betreuungsforstamt Letzlingen, die für das Revier Jerchel zuständig ist, sind es der Kiefernspinner, Kiefernspanner, die Kiefernbuschhornblattwespe, die Forleule sowie die Nonne, die die Bäume schädigen.

„Als Grund für das vermehrte Auftreten dieser Kieferngroßschädlinge und der Nonne kann man die vergangenen beiden sehr trockenen Sommer nennen“, erklärte sie den fast 20 Senioren, die sich in der Gaststätte „Zur Tanne“ in Jerchel zu ihrem monatlichen Treffen eingefunden hatten. Eichhorn bezeichnete die Sommer 2018 sowie 2019 als Extremjahre hinsichtlich der Witterung und der daraus resultierenden Folgen durch forstliche Schaderreger.

Winterbodensuche hat begonnen

„Wenn der Sommer 2020 erneut so warm wird, wird es schwer für uns, da wir dadurch noch mehr in den Wäldern nachsehen und die Bestände auf sämtliche Anzeichen von Schädlingen überprüfen müssen“, fasste es Revierförsterin Luise Eichhorn zusammen. Waren es im zurückliegenden Jahr die Forleule, der Kiefernspinner sowie die Nonne, deren Population sichtbar angestiegen war, so könne man derzeit noch nicht einschätzen, welche Schädlinge in diesem Jahr vermehrt auftreten könnten. „Wir haben erst mit der Winterbodensuche begonnen“, so die Revierförsterin.

Eine erste Übersicht über den Populationsverlauf „können wir erst in drei bis vier Wochen einsehen“, fasste es Eichhorn zusammen. Denn: Die gefundenen Insektenpuppen werden gesammelt, in spezielle Behälter gelegt und an die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen zur Auswertung geschickt. Von dort aus werden dann weitere Maßnahmen empfohlen. „Wir stehen in sehr engem Kontakt mit der Versuchsanstalt“, so die Revierförsterin weiter.

Eine Gefahr, dass noch mehr Kieferngroßschädlinge im angelaufenen Jahr vorkommen könnten, sieht Luise Eichhorn darin, dass der Winter bislang sehr mild ist. „Die Populationen können nicht zusammenbrechen, da sie ohne eine Störung ihren normalen Entwicklungsprozess vollziehen können.“ Waren es im zurückliegenden Jahr die Forleule, der Kiefernspinner sowie die Nonne, deren Population sichtbar angestiegen war, so könne man derzeit noch nicht einschätzen, welche Schädlinge in diesem Jahr vermehrt auftreten könnten. „Wir haben erst mit der Winterbodensuche begonnen“, so die Revierförsterin.